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Verkehr in Düsseldorf: Kö: Fahrbahn frei für Radler

Verkehr in Düsseldorf : Kö: Fahrbahn frei für Radler

Der gemischte Fuß-Radweg in der Mitte der Königsallee ist für Radfahrer seit langem ein Ärgernis. Die Pflicht, ihn zu benutzen, wird aufgehoben und Radeln auf der Fahrbahn erlaubt. Dies ist Teil eines umfassenden Konzepts der Stadt.

Wenn Alltags-Radfahrer ein Beispiel für misslungene Radwege in Düsseldorf nennen sollen, ist der auf der Königsallee einer der ersten: Weil Fußgänger und Radfahrer dort die Fläche gleichberechtigt nutzen dürfen, sind Konflikte programmiert und schnelles Fahren fast unmöglich. Doch weil der Weg mit einem blauen Schild markiert ist, sind Radfahrer verpflichtet, ihn zu benutzen und dürfen nicht auf der Fahrbahn radeln.

Auf der Kappeler Straße (Benrath/ Reisholz) wurde die verpflichtende Nutzung des Radwegs bereits aufgehoben. Foto: Endermann, Andreas

Diese Pflicht wird nach den Sommerferien aufgehoben. "Fahrradverkehr gehört grundsätzlich auf die Fahrbahn", sagt Verkehrsdezernent Stephan Keller. Dort würden Radfahrer von Autofahrern am besten registriert, und es gebe weniger Konflikte mit Fußgängern. Keller, der selbst überzeugter Radfahrer ist, liegt mit dieser Position auf einer Linie mit dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC), wobei der Verein fordert, die Pflicht stadtweit aufzuheben. Aber auch der ADFC kritisiert seit Jahren die Situation auf der Königsallee.

Die Neuregelung auf der Kö ist nur ein Baustein eines gesamtstädtischen Konzepts, Düsseldorf fahrradfreundlicher zu machen — und das mit relativ geringen Kosten. Die Experten im Rathaus haben unter Federführung des Fahrradbeauftragten Steffen Geibhardt Hunderte Straßen analysiert: Sie haben geprüft, wo die Pflicht, Radwege zu benutzen, entfallen kann. Außerdem ging es darum, welche Einbahnstraßen in Gegenrichtung für den Radverkehr geöffnet werden können. Das erste Ergebnis:

Radwege-Pflicht Von 90 überprüften Straßenabschnitten soll auf zunächst 39 die verpflichtende Benutzung des Radwegs entfallen, die blauen Verkehrsschilder werden abgeschraubt. Das heißt, Radfahrer haben die Wahl: Sie können auf dem Radweg fahren oder die Fahrbahn nutzen. Außer der Königsallee gehören dazu beispielsweise Teile der Merowinger Straße (Bilk), des Hellwegs (Flingern Nord) und der Westfalenstraße (Rath), die Gerresheimer Landstraße, die Benrather Schlossstraße, die Rotterdamer Straße (Golzheim/Stockum) und die Kappeler Straße (Benrath/Reisholz). Bei einigen gilt die Neuregelung bereits, bei anderen wird sie im Laufe des Jahres umgesetzt. Weitere sollen folgen.

Öffnung von Einbahnstraßen "Es ist sicherer, wenn Fahrradfahrer Nebenstraßen nutzen", sagt Keller. Da Einbahnstraßen meist dazu zählen, sollen möglichst viele von Radfahrern auch in Gegenrichtung genutzt werden dürfen. Auf etwa 170 Einbahnstraßen gilt das bereits. 400 weitere Einbahnstraßen erfüllen prinzipiell die Kriterien (Nebenstraßen, Tempo 30), für 150 liegen entsprechende Wünsche von Bürgern, Vereinen oder Verbänden vor. In diesem Jahr sollen 22 Straßen geöffnet werden. Darunter sind zum Beispiel Arndtstraße (Pempelfort), Frankenstraße (Derendorf), Krahestraße (Flingern), Alt Niederkassel, Burgmüllerstraße (Grafenberg) und Glatzer Straße (Eller)

(RP/jco)