Düsseldorf: Kö-Bogen verändert den Einzelhandel

Düsseldorf: Kö-Bogen verändert den Einzelhandel

Der bald fertige Kö-Bogen mit seinen Geschäften wird die Laufwege der Kunden in der Düsseldorfer Innenstadt verschieben, sagt eine Studie. Die Schadowstraße gewinnt, wie es auf der Flinger Straße weitergeht, ist unklar.

Gebannt blickt der Düsseldorfer Einzelhandel auf die Eröffnung des Kö-Bogens in rund vier Wochen. Denn der könnte die Einkaufslandschaft im Düsseldorfer Zentrum massiv verändern. Eine der Rheinischen Post vorliegende Untersuchung von Comfort, einem Makler- und Beratungsunternehmen mit Spezialisierung auf den Einzelhandel, zeigt, dass sich die Fußgängerströme in Richtung der Libeskind-Bauten verschieben werden. "Wir erwarten dadurch vor allem eine Belebung der Schadowstraße im Bereich der Kreuzung mit der Berliner Allee", sagt Frank Kaiser, Geschäftsführer von Comfort. Auch die neue Filiale des niedrigpreisigen Textildiscounters Primark werde den Bereich beleben. "Wir gehen davon aus, dass die Kette vor allem junge Menschen anzieht, was die Kundenfrequenz in dem Bereich verändert", sagt Kaiser. Als Gewinner sieht er den nordöstlichen Teil der Königsallee zwischen der Kreuzung Blumenstraße/Schadowstraße, den Schadowplatz, den Bereich Tuchtinsel sowie die Nordseite der Schadowstraße. "Es ist aber zu bedauern, dass die Schadowstraße nicht vollständig für den Autoverkehr gesperrt wird. Das hätte den Bereich zu einer echten Flaniermeile gemacht", sagt Kaiser.

Unklar ist, wie sich die Neubauten auf die Geschäfte in der Altstadt auswirken. Gerade auf der Flinger Straße gibt es heute viele Textilgeschäfte, die eine ebenfalls junge bis sehr junge Klientel bedienen. "Ob Primark Kaufkraft aus der Altstadt abzieht, werden wir erst 2014 oder 2015 wirklich sehen", sagt Kaiser.

Ähnlich sieht das Ulrich Biedendorf, als Geschäftsführer der IHK zuständig für den Bereich Einzelhandel. "Es kann sein, dass die Stärkung der nördlichen Kö durch die Neubauten und den Abriss des Tausendfüßlers zulasten der Händler in der Altstadt führt. Es ist aber nicht sicher", sagt Biedendorf.

  • Fotos : Kö-Bogen: Das sagen Verantwortliche und künftige Mieter
  • Fotos : Kö-Bogen-Baustelle im Mai 2013

Der IHK-Experte sieht den Schadowplatz in der Zukunft als eigentliches Zentrum Düsseldorfs als Einkaufsstadt. Dafür spricht auch der enorme Anstieg der Ladenmieten in dem Bereich. So musste etwa der traditionsreiche Kinderladen Ulrich + Ulrike vor einigen Monaten schließen, weil die Miete am Schadowplatz um rund 300 Prozent gestiegen ist. Grund für den Aufstieg des Schadowplatzes ist auch seine sehr gute Anbindung an den Öffentlichen Personen-Nahverkehr nach Fertigstellung der Wehrhahnlinie.

Von der Altstadt abgesehen glaubt der IHK-Geschäftsführer aber nicht, dass der Kö-Bogen Kunden aus bestimmten Bereichen abzieht. "Das Gebäude wertet Düsseldorf als Einzelhandelsstandort enorm auf. Wir gehen davon aus, dass die Landeshauptstadt im Wettbewerb der Oberzentren an der Rheinschiene und im westlichen Ruhrgebiet gestärkt wird. Dadurch kommen mehr Kunden aus der Region nach Düsseldorf", sagt Biedendorf.

Im Vergleich der sieben größten Städte ist die Kaufkraft in Düsseldorf laut einem Einzelhandelsindex der GfK mit 118,5 Punkten auf Platz zwei hinter München. Frankfurt folgt mit 114,5 Punkten. "Nach unseren Erhebungen werden 35 Prozent des Düsseldorfer Einzelhandelsumsatzes in der Innenstadt erzielt ", sagt Kaiser. In Köln liege der City-Anteil nur bei 22,4 Prozent.

(RP)
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