Großbrand in Düsseldorf: Kö-Bogen: Stadt bietet Hilfe an

Großbrand in Düsseldorf : Kö-Bogen: Stadt bietet Hilfe an

Durch den Großbrand am Freitag ist unklar, ob sämtliche Geschäfte im Kö-Bogen eröffnen können. OB Dirk Elbers hat seine Hilfe angeboten. Das Textilhaus Breuninger wird wie geplant starten, es ist nicht von den Folgen betroffen.

15.000 Lkw haben Sand abgefahren, 2400 Fensterelemente wurden herbeitransportiert, 9000 Tonnen Stahl verbaut. Alles lief glatt. Am Freitag um 14 Uhr steht Developer-Chef Stefan Mühling auf dem Schadowplatz und berichtet vom Feuer, dass quasi "auf den letzten Metern" auch aus dem Kö-Bogen ein Schadensobjekt gemacht hat. Mühling dankt zunächst der Feuerwehr für ihr beherztes Handeln und wünscht den beiden Feuerwehrleuten, die sich verletzt haben, gute Besserung.

"Was ist genau passiert?", fragt Mühling dann, "wir wissen es auch nicht." Die Polizei habe den Brandort gesperrt. Er selbst hat am frühen Morgen nur kurz einen Blick in den ausgebrannten Laden werfen können, in dem für den Laien nur Schutt und Asche zu sehen war. Auch zur Schadenshöhe will der Kaufmann nichts sagen, "wir dürfen ja das Geschäft nicht mal betreten." Von einer halben Million Euro spricht die Feuerwehr.

Hauptschäden im Durchgang

Ausgebrochen ist das Feuer beim Herrenausstatter Windsor im Haus Königsallee, dass in Richtung Parkhotel liegt. Die Hauptschäden sind im Durchgang zwischen den beiden Libeskind-Bauten auszumachen. Doch auch zum Schadowplatz hin sind einige Fenster rußgeschwärzt. Das ist das Geschäft von Joop, das mit dem Windsor-Shop verbunden ist — beide Marken gehören zum gleichen Konzern.

Mühling drückt sich vorsichtig aus. Mehrfach leitet er Sätze mit der Formulierung ein "soweit wir heute sagen können". Mit Breuninger abgestimmt ist die Mitteilung, dass die Textilhändler ihr Kaufhaus — es befindet sich im Haus Hofgarten, das Richtung Schadowstraße liegt — wie geplant am 16. Oktober abends mit einer Party eröffnen können. "Anfang der Woche können wir dann das Haus Kö begutachten und abschätzen, wie es mit dessen Eröffnung aussieht." Eines ist klar: Es sind Mietverträge geschlossen worden, jetzt soll Umsatz gemacht werden — bei Ausfall stehen sogleich Schadenersatzforderungen im Raum. Alleine für Breuninger rollen wöchentlich ca. 80 Lkw mit Ware an.

Elbers: "Das ist dramatisch"

Mühling betont, dass die Feuerwehr rasch für die Belüftung des Gebäudes gesorgt hat. Indem sie in den oberen Stockwerken mehrere Fensterscheiben aufschnitten, hatten die Feuerwehrleute dafür gesorgt. Dass die rußigen Rauchmassen nach draußen drückten. Das kann für die Brandschadensanierung entscheidend sein. Denn wenn sich der giftige Rauch in den Rigipswänden anderer Geschäfte festgesetzt hat, könnten laut Experten größere Maßnahmen vonnöten sein. Dies muss in der kommenden Woche untersucht werden.

Die Arbeit der Einsatzkräfte beobachtet am Rande ein Elektriker. Er erzählt, dass fast seine gesamte Arbeit in den vergangenen Monaten umsonst gewesen sei. Wegen des Brandes werde nun alles herausgerissen. Im Rathaus reagiert OB Dirk Elbers auf die Nachricht vom Feuer: "Das ist natürlich dramatisch, so kurz vor der Eröffnung dieses großen Projekts. Wenn wir als Stadt helfen können, werden wir alles tun."

Die 1. Bürgermeisterin Marie-Agnes Strack-Zimmermann ergänzt: "Das ist unfassbar. Wir können aber dankbar sein, dass nicht weitere Menschen verletzt worden sind. Nun gilt es, den Schaden so schnell wie möglich zu beheben. Was die Stadt an der Stelle helfen kann, etwa durch Fachleute, wird sie tun."

Nach der kurzen Pressekonferenz eilt Mühling in sein Büro, das in einem Eckhaus am Schadowplatz liegt. Der Geschäftsführer ist angespannt, aber er weiß die Dinge einzuordnen: "Solch einen Brand vor Projektende habe ich noch nicht erlebt. Die beiden Feuerwehrleute sind wohlauf, es geht also lediglich um Sachschaden. Das ist für mich das Wichtigste."

(RP)