Bauen in Düsseldorf: Kö-Bogen II: Grün statt neues Baufeld

Bauen in Düsseldorf : Kö-Bogen II: Grün statt neues Baufeld

Die Stadtspitze macht ernst und will die Pläne für die beim zweiten Bauabschnitt des Projekts Kö-Bogen geplante Randbebauung des Gustaf-Gründgens-Platzes deutlich reduzieren. Details teilten OB Dirk Elbers und Planungsdezernent Gregor Bonin am Donnerstag mit.

Demnach soll eines der vier neu geplanten Baufelder an der Kante des Platzes vor dem Schauspielhaus komplett gestrichen werden. Es handelt sich dabei um ein städtisches Areal südlich des Dreischeibenhauses. Statt es an einen bauwilligen Investor zu verkaufen, soll daraus nun eine Grünfläche werden. "Damit bleiben wichtige Sichtachsen erhalten und wir können noch einmal deutlich machen, worum es uns bei dieser Umgestaltung der Innenstadt geht", sagt Elbers, "nämlich den Hofgarten zu erweitern und beide Hälften des Parks zusammenzuführen."

Die anderen drei Baufelder (auf einem sind Abriss und Neuaufbau des bestehenden Blocks zwischen Gründgens-Platz und Bleichstraße geplant) werden zu zwei größeren zusammengefasst (s. Grafik). Dazwischen ist ein Durchgang vorgesehen, der aber optional ist. "Im Einvernehmen mit den Eigentümern und den künftigen Nutzern wollen wir an dieser Stelle etwas Vernünftiges erarbeiten", so Elbers.

Zwei Gründe waren Auslöser für das Umdenken, das Elbers bereits im Juli im Interview mit center.tv und RP angesprochen hatte: an erster Stelle die neuen Blickachsen nach dem Abriss des Tausendfüßlers. Er habe sich nicht vorstellen können, "dass so ein filigranes Bauwerk so viel Raum in Anspruch genommen hat", sagt Elbers. Ein weiterer Grund war das schwierige Umlegungsverfahren, bei dem mehrere Eigentümer sich nicht einigen konnten. Durch die Umplanung lässt sich anders ordnen, das Verfahren wird überflüssig, die Eigentumsverhältnisse werden klarer aufgeteilt. Große Eigentümer sind die Development Partner, denen die Tiefgarage unter dem Gründgens-Platz gehört und die an dem westlichen der beiden neuen Baufelder involviert sind, und auf der anderen Seite Centrum Immobilien.

Der Gründgens-Platz könnte mit Stein-Skulpturen und Wasserflächen Aufenthaltsqualität bekommen. Der neu entstehende Platz zwischen Berliner Allee und Schadowstraße soll nach dem Wunsch von Elbers den Namen des Kurfürsten Jan Wellem tragen. Der bisher nach ihm benannte Platz ist durch den Bau der Libeskind-Häuser verloren gegangen. Das letzte Wort hat die Politik. Ebenso, ob auf dem neuen Jan-Wellem-Platz ein eingeschossiges Gebäude für öffentliche Nutzung (etwa eine Galerie) gebaut wird oder nicht. Bonin will die Pläne am 20. November im Planungsausschuss präsentieren und möglichst ein beschleunigtes Bebauungsplanverfahren einleiten. "Dann könnte in einem Jahr der Bau beginnen und Ende 2016 alles fertig sein."

Neue Ideen gibt es auch für die Tuchtinsel. Der Siegerentwurf des Teams Juan Pablo Molestina und Thomas Fenner von 2009 sah einen Neubau-Riegel und ein Hochhaus südlich davon vor. Nun soll im Norden an der Kante zur Schadowstraße ein Hochhaus entstehen - mit bis zu 14 Etagen. Wann, hängt davon ab, wie rasch sich die Eigentümer einigen. Fest steht, dass an allen Stellen hochwertige Architektur entstehen soll. "Das ist eine Chance, die wir selbst in Düsseldorf nicht alle Tage haben", so Elbers.

("")