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Düsseldorf: Kö: Bankenviertel im Umbruch

Düsseldorf : Kö: Bankenviertel im Umbruch

Das traditionelle Bankenviertel im Herzen Düsseldorfs öffnet sich immer mehr Einzelhandel und Anwälten. Für Verwaltungsbüros ist der Standort zu teuer. Es gibt Gerüchte, die Commerzbank könnte Gebäude verkaufen.

Die Westseite der Königsallee ist die ruhigere. Während gegenüber Einheimische und Touristen von Designer-Shop zu Designer-Shop flanieren, sind auf der anderen Seite traditionell Banken ansässig.

Doch hier tut sich Einiges: Dank Düsseldorfs wachsender Anziehungskraft und steigender Immobilienpreise sind die Luxusmeile und das angrenzende Bankenviertel begehrt wie nie. Nun soll die Commerzbank planen, ein Sahnestück auf den Markt zu bringen: Das Gebäude an der Breite Straße unweit der Kö solle verkauft werden, sagen unabhängig voneinander mehrere gut informierte Experten.

Diese Pläne müssten auch nicht mit einem Umzug der dort ansässigen Commerzbank-Mitarbeiter einhergehen, heißt es weiter: Angedacht sei, nach einem Verkauf die angedachten Flächen zurückzumieten, das sogenannte Sale-and-Lease-back, das bei Bürogebäuden heute üblich ist.

Eine solche Transaktion erscheint aus vielen Gründen sinnvoll: In der Top-Innenstadtlage sind hohe Kaufpreise zu erzielen, als Käufer kämen etwa Fonds, Versorgungswerke oder Versicherungen infrage. Und für das Institut würden gemietete Räume mehr Flexibilität bedeuten.

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Die Bank selbst dementiert einen geplanten Verkauf jedoch nachdrücklich: "Davon ist uns nichts bekannt", sagte eine Sprecherin auf Anfrage. Das Haus werde immerhin gut genutzt: Das Geschäftskundensegment des Instituts ist dort ansässig.

Für ein nahes Gebäude an der Kasernenstraße, das inzwischen leer steht, werde derzeit vom Gebäudemanagement geprüft, wie man weiter damit verfahren solle. "Das Haus ist sanierungsbedürftig", so die Sprecherin. Die Commerzbank hat zudem noch ihre Hauptfiliale an der Königsallee, die die im Zuge der Übernahme der Dresdner Bank bezogen hatte.

Die Deutsche Bank plant derweil, einen Teil der Verwaltungsmitarbeiter von der Königsallee in die Gebäude der früheren WestLB zu verlagern. Davon sollen 400 Mitarbeiter ab Juli 2014 betroffen sein.

Doch auch im Fall des größten deutschen Kreditinstituts soll die Filiale und der Kundenbereich an der Kö vollständig erhalten bleiben. Das Gebäude hatte die Deutsche Bank bereits vor Jahren an einen Investor veräußert. Seitdem hat es mehrere Male seinen Eigentümer gewechselt. Heute gehört es einem spanischen Anleger.

Für Banken macht es immer weniger Sinn, Mitarbeiter aus dem Verwaltungsbereich ohne Kundenkontakt in solch teuren Bürolagen wie der Kö unterzubringen. Für die Haus-Eigentümer ist es lukrativer, gut zahlende Kanzleien, Ärzte oder Geschäfte unterzubringen.

Mehrere Einzelhändler hatten in den vergangenen Jahren mit Neueröffnungen dazu beigetragen, dass die Westseite belebter geworden ist. So eröffnete Nespresso 2012 an der Kö einen Store, nebenan war zuvor die Bekleidungskette Abercrombie & Fitch eingezogen. Seither sieht man auch auf dieser Seite mehr Einkäufer über die Straße flanieren. Auch für die nahe Trinkaus-Galerie gibt es Umbaupläne — dort soll das Erdgeschoss umgebaut werden. Kürzlich zog das Unternehmen Conzen von dort in die nahe Benrather Straße, damit sind die meisten Ladenlokale dort nun leer.

(RP/ila)