Düsseldorf: Kö-Anlieger sollen auf Streusalz verzichten

Düsseldorf: Kö-Anlieger sollen auf Streusalz verzichten

Die Bäume an der Prachtmeile sind krank. Die Geschäftsinhaber sollen bei der Gesundung helfen.

Immer mehr Kastanienbäume auf der Ost-Seite der Königsallee weisen starke Beschädigungen auf, manche sind teilweise bereits abgestorben. Noch stehen 87 Rosskastanien zwischen der Theodor-Körner-Straße und der Adenssstraße. Neun Bäume mussten 2017 schon gefällt werden. Gestern diskutierte der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen über Vorschläge der Verwaltung, um möglichst viele zu retten.

Ein Gutachter macht als Hauptursache die extrem hohe Salzbelastung im Boden aus. Diese ist zweifellos verursacht worden durch das Streusalz, das im Winter auf Geh- und Radwegen verteilt wird. Auch weitere Probleme machen den Bäumen zu schaffen. Neben dem verstärkt auftretenden Befall durch die sogenannte Rosskastanienminiermotte führt bei vielen Kastanienbäumen seit Jahren eine Bakterieninfektion zu erheblichen Beeinträchtigungen.

Die Stadt will Grundstückseigentümer und Geschäftsleute jetzt stärker in die Pflicht nehmen. "Ich kann nicht begreifen, dass auf der Kö immer noch Salz gestreut wird", sagte Ausschussmitglied Ingrid Landau von den Grünen. Dabei ist in der Straßenreinigungssatzung ein Streusalz-Verbot auf Gehwegen vorgesehen. Die Stadt möchte dieses zukünftig konsequenter durchsetzen. Anlieger sollen noch in diesem Monat über den schlechten Zustand der Bäume und die schädigende Wirkung von Streusalz informiert werden. Ab dem 1. Januar kann das Streuen von Salz auf öffentlichen Wegen außerdem grundsätzlich auch als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Als Sofortmaßnahme hatte die Stadt im Sommer 2017 bereits die Bäume intensiv bewässert. Im nord-östlichen Teil der Kö verschlechterte sich der Zustand vieler Bäume trotzdem bis zum Herbst vergangenen Jahres noch einmal um fast 50 Prozent.

(ate)