Rauchverbot in NRW: Kneipen machen weniger Umsatz

Rauchverbot in NRW: Kneipen machen weniger Umsatz

Das absolute Rauchverbot, das seit 1. Mai in Nordrhein-Westfalen gilt, schlägt sich nach Einschätzung des Hotel- und Gaststättenverbands (Dehoga) direkt in Umsatzrückgängen nieder.

Dabei gaben laut Rainer Spenke, Geschäftsführer Dehoga Niederrhein, 70 Prozent der Befragten an, der Umsatz ihrer Kneipe sei zwischen zehn und 50 Prozent gesunken — und das in der ansonsten umsatzreichen Sommerzeit. "Das ist eindeutig auf das Rauchverbot zurückzuführen", betont Spenke.

Der Grund: Die Kneipenbesucher stehen draußen, um zu rauchen oder weil sie Raucher begleiten. Habe die Kneipe keine Terrassenkonzession, werde in der Zeit auch nichts konsumiert. "Oft gehen die Leute nach dem Rauchen gleich nach Hause, obwohl sie sonst noch etwas getrunken hätten", sagt Spenke. Immer häufiger komme auch vor, dass jemand nach dem Rauchen geht, ohne gezahlt zu haben. Auch zur Zechprellerei verführt das Nichtraucherschutzgesetz der rot-grünen Landesregierung offenbar.

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Im Winter rechnet der Dehoga mit weit drastischeren Umsatzeinbrüchen. "Ich sehe die Gefahr, dass Raucher dann gar nicht mehr in die Gastronomie kommen", sagt Spenke. Denn die Rolle als Podium des Zusammenseins und Diskutierens könnten die Kneipen für Raucher nicht mehr erfüllen. Man treffe sich deshalb lieber im privaten Bereich.

Der Dehoga-Geschäftsführer sagt deshalb ein Kneipensterben voraus. "Viele haben keine Rücklagen bilden können. Ich gehe davon aus, dass von den 500 Düsseldorfer Kneipen 200 nicht überleben werden."

(RP)