Arbeitskampf in Düsseldorf verschärft sich Massive Einschränkungen wegen Streiks im Uniklinikum und in Kitas

Düsseldorf · Am Mittwoch sind die Beschäftigten im Düsseldorfer Universitätsklinikum sowie in städtischen Kitas und im Offenen Ganztag zum Streik aufgerufen. Am Uniklinikum werden massive Einschränkungen in der Patientenversorgung befürchtet. Und das nicht nur am Mittwoch.

 UKD-Mitarbeiter kämpfen seit vergangenem Jahr für bessere Arbeitsbedingungen, hier ein Streik am Johannes-Rau-Platz.

UKD-Mitarbeiter kämpfen seit vergangenem Jahr für bessere Arbeitsbedingungen, hier ein Streik am Johannes-Rau-Platz.

Foto: Anne Orthen (orth)/Anne Orthen (ort)

Mit großen Einschränkungen müssen am Mittwoch Eltern von Kita- und Schul-Kindern und auch Patienten des Düsseldorfer Universitätsklinikums (UKD) rechnen: Die Gewerkschaft Verdi ruft die Beschäftigten im UKD, in städtischen Kitas und im Offenen Ganztag zum Warnstreik auf. In Düsseldorf wird es nach Angaben von Verdi sogar eine gemeinsame Auftaktveranstaltung geben. Demnach werden die UKD-Mitarbeiter nach einer Demonstration über das Gelände von Beschäftigten der städtischen Kitas erwartet, um eine kurze gemeinsame Kundgebung am Moorenplatz am Streikzelt des UKD durchzuführen.

Beide Bereiche seien von erheblichem Fachkräftemangel und einer Fachkräfteflucht geprägt, heißt es von der Gewerkschaft. „Viele Kolleg*innen verlassen den Beruf, weil es durch den unbestrittenen Personalmangel unter den gegebenen Umständen zu belastend ist zu arbeiten. Für viele junge Menschen sind diese Arbeitsbedingungen zu unattraktiv, um diese Berufe überhaupt zu ergreifen“, sagt Stephanie Peifer, Geschäftsführerin im Verdi-Bezirk DüsselRhein-Wupper. Die Mitarbeitenden seien schon vor Corona belastet gewesen. Die Pandemie habe auf beide Bereiche aber „wie ein Brennglas gewirkt“ und die Bedingungen vor Ort „noch mal verschärft und offensichtlicher gemacht“.

Ziel sei es, die Arbeitsbedungen so zu verbessern, dass die Berufe attraktiver werden, um beide Systeme zukunftsfähig aufzustellen. „Die Kolleg*innen üben gerne ihren Beruf aus, jedoch die Bedingungen zwingen immer mehr in die Knie. Viele geben auf und suchen sich eine andere Tätigkeit. Noch mehr entscheiden sich gegen diese Berufe, weil die Bedingungen zu schlecht sind“, so Peifer weiter.

Im Sozial- und Erziehungsdienst haben bereits zwei Verhandlungen ohne Ergebnis stattgefunden, die nächste Verhandlung findet am 16. und 17. Mai statt. Die Gewerkschaft hatte dem Land ein 100-Tage-Ultimatum gesetzt, welches am 1. Mai abgelaufen ist. In einer Urabstimmung der Dienstleistungsgewerkschaft sprachen sich die Beschäftigten mit einer großen Zustimmung von 98,31 Prozent für die Ausweitung der Streiks aus, nachdem die NRW-Landesregierung und der Arbeitgeberverband des Landes (AdL) das Ultimatum hatten verstreichen lassen. Damit droht jetzt ein massiver Arbeitskampf.

Am UKD, wo die Mitarbeitenden bereits ab der ersten Frühschicht am 4. Mai und bis zum Ende der letzten Spätschicht am 7. Mai zum Streik aufgerufen sind, befürchtet man, dass Behandlungen verschoben werden müssen und zwar nicht nur die, die nicht dringlich sind. „Es ist außerdem damit zu rechnen, dass auch aufwendigere Operationstermine in einzelnen Fällen abgesagt werden müssen, wenn die Behandlung später vorgenommen wird.“ Sogar die Notfallversorgung könnte gefährdet sei, so das UKD in einer Mitteilung: Es sei nicht auszuschließen, dass der Rettungsdienst phasenweise andere Krankenhäuser anfahren müsse.

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