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Düsseldorf: Kita-Navigator: Politiker fordern Nachbesserung

Düsseldorf : Kita-Navigator: Politiker fordern Nachbesserung

Seit 1. März werden Zusagen für Kita-Plätze versandt. Doch Tausende Eltern haben immer noch keine Gewissheit. Die Kritik am Navigator wird lauter. Andere Städte loben dagegen das Düsseldorfer Instrument.

Parteiübergreifend fordern Politiker, bei der Vergabe von Plätzen mit Hilfe des Vormerk-Werkzeugs "Kita-Navigator" Geschwindigkeit und Informationsfluss zu verbessern. Auch die Kriterien, die die Aussichten auf einen Platz mitbestimmen, müssten transparenter werden. "Die Phase, in der betroffene Eltern im ersten Durchgang auf eine Zu- oder Absage warten müssen, ist mit rund sechs Wochen einfach zu lang", sagt Andreas Rimkus, Vorsitzender und jugendpolitischer Sprecher der SPD.

Geändert werden müsse zudem der Absage-Modus. "Wer keine Zusage hat, bleibt bei sämtlichen Kitas, bei denen er registriert ist, erst einmal vorgemerkt. Auch wenn einige dieser Kitas längst voll belegt sind. Hier müssen die Informationen schneller fließen." Unzufriedenheit bei Müttern und Vätern stellt auch Christdemokrat Stephan Friedel fest. Dass aktuell Eltern von Dreijährigen, die bislang noch nicht in einer Kita waren, keinen Platz bekämen, irritiert ihn. "Bislang war die Versorgung gerade der Drei- bis Sechsjährigen garantiert."

Mit Blick auf den Kita-Navigator fordert der Vize-Vorsitzende des Jugendhilfeausschusses, "bestimmte Stellschrauben nachzujustieren". So müsse der erste Durchgang der Vergabemitteilungen Ende März abgewickelt sein. "Die Bürger brauchen beim Thema Betreuung Planungssicherheit." Verbesserungsfähig sei auch das Vormerksystem, bei dem Eltern oft für eine ganze Reihe von Kitas notiert seien. "Es dauert nach Versendung der jeweiligen Zusagen zu lange, bis andere, frei gebliebene Plätze als solche im Navigator zu erkennen sind."

Auch die Grünen fordern Nachbesserungen. Eine rechtzeitige Information über den Erhalt eines Betreuungsplatzes sei für viele Eltern aus beruflichen Gründen unabdingbar. "Zudem muss für Eltern nachvollziehbar sein, aus welchen Gründen sie keinen Platz erhalten haben, und wie sich ihre Chancen auf einen Betreuungsplatz perspektivisch gestalten. Es sollte für eine Stadt wie Düsseldorf möglich sein, per E-Mail die Eltern über den Stand der Bewerbung in adäquater Frist und mit einer hinreichend exakten Auskunft fortlaufend zu informieren", sagt Jens Petring, jugendpolitischer Sprecher der Partei.

Wie eine Kommune die Vergabe ihrer Plätze regelt, kann sie selbst entscheiden. Nicht überall gibt es ein zentrales Vormerk-System wie den "Kita-Navigator". Unter der Dauer des Verfahrens leiden derzeit auch Eltern in den Nachbarstädten: Auch dort läuft die Vergabe noch. In Duisburg zum Beispiel werden derzeit die Plätze nach der klassischen Methode ohne Internet-Portal vergeben: Die Eltern haben ihre Kinder in den einzelnen Kitas angemeldet; die Leiter gleichen jetzt ihre Listen ab und entscheiden. "Das hat sich bewährt", meint Jugendamtsleiter Thomas Krützberg.

Neuss hingegen will bald dem Beispiel Düsseldorf folgen und einen "Kita-Navigator" einführen. "Das wird das Verfahren für die Eltern vereinfachen", sagt Stadtsprecher Michael Kloppenburg.

Die Bescheide für das kommende Kindergartenjahr sollen erst Anfang Mai verschickt werden. Unübersichtlich ist die Lage in Köln: Dort gibt es ein zentrales Vormerksystem nur für städtische Kitas. Die Freien Träger sind bislang nicht beteiligt.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kita-Navigator: Das sagen die Politiker

(EW)