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Entlastung für Familien: Kita: Bald gratis für alle

Entlastung für Familien : Kita: Bald gratis für alle

OB Erwin will die Gebühren für Kindergärten und Ganztags-Grundschulen senken. Bei Einkommen bis 24.542 Euro fallen sie schon ab Sommer ganz weg. Erwin: "Über kurz oder lang entfallen alle Beiträge."

Kommt es, wie von Oberbürgermeister Joachim Erwin gewünscht, sinken die Eltern-Beiträge für Kindergärten, Horte und Ganztags-Grundschulen von Sommer an. Stimmt der Stadtrat Erwins neuen Vorschlägen zu, zahlen Familien, deren Jahres-Einkommen unter 24542Euro liegt, ab 1. August gar keine Beiträge mehr. Bisher lag diese Grenze bei 12271Euro.

Der OB stellt außerdem in Aussicht, dass die Kita für alle Kinder beitragsfrei wird, womöglich bereits ab 2009. Erwin sagte gestern vor Journalisten: "Über kurz oder lang wird Düsseldorf beitragsfrei."

Von der Entlastung ab August profitieren bereits alle Einkommensgruppen. Die Beiträge "rutschen" sozusagen eine Etage nach unten. Wer bisher bei einem Einkommen unter 36813 Euro war und 65 Euro für einen Kindergartenplatz gezahlt hat, zahlt künftig nur noch 35 Euro für die gleiche Leistung. "Damit entlasten wir die arg gebeutelte untere Mittelschicht", sagte Erwin. "Gleichzeitig gibt es für ärmere Familien keinen finanziellen Grund mehr, ihre Kinder nicht in die Kita zu schicken." Der Höchstsatz (Einkommen über 73626 Euro) fällt entsprechend von 300 auf 280 Euro. Von den gut 17000Kita-Kindern stadtweit ginge dann knapp die Hälfte beitrags-befreit in einen Kindergarten.

Auch die unter Dreijährigen und die Grundschulkinder profitieren von der neuen Berechnung; Die U-3- und die Grundschulplätze rutschen bei den Beiträgen ebenfalls eine Einkommensklasse weiter. Bei der Schulbetreuung werden die Eltern um 930000 Euro entlastet. Zählt man die Fehlbeträge aus Kitas und Horten hinzu, fehlen der Stadt in diesem Jahr 2,5 Millionen, im nächsten Jahr 5,1 Millionen Euro im Vergleich zum derzeitigen Status,

Das nötige Geld soll aus dem ausschüttungsfähigen Gewinn der Stadtsparkasse kommen. "Bisher waren wir von einer Ausschüttung von vier Millionen ausgegangen", so der OB. "Es sind aber 10,38Millionen, von denen wir wohl neun Millionen ausschütten werden." Der Gewinn muss für gemeinnützige Zwecke verwendet werden, der Stadtrat muss zustimmen. "Ich glaube nicht, dass sich Ratsmitglieder gegen die Vorschläge aussprechen", sagt CDU-Ratsfrau Hildegard Kempkes. Tanja und Heiko Buthmann, die zwei Kinder haben (zwei und fünf Jahre), käme die Tabelle zugute: Sie müssten ab August keine Beiträge mehr zahlen. "Das hilft uns sehr", sagt die Mutter. Ramona Gremmelmaier, Mutter einer Fünfjährigen, freut sich "auf mehr Geld in der Tasche". Freude auch beim Verband der Alleinerziehenden: "Viele unserer Mitglieder fallen in die neue beitragsfreie Klasse", so eine Sprecherin.

(RP)