Rheinkirmes Düsseldorf: WM und Hitze trüben die Kirmes-Bilanz

Rheinkirmes Düsseldorf : WM und Hitze trüben die Kirmes-Bilanz

Die Rheinkirmes verzeichnet rund eine halbe Million weniger Besucher als im Vorjahr. Organisatoren und Schausteller machen das Wetter und das WM-Finale verantwortlich. Es soll keine großen Änderungen am Konzept geben.

Gerade als die Kirmes am Sonntagnachmittag mal richtig brummte, zog ein Gewitter auf und leerte den Platz — für die Schausteller wohl ein weiterer Beweis, dass das Glück in diesem Jahr nicht auf ihrer Seite war. Die Rheinkirmes verzeichnete 3,6 Millionen Besucher und damit rund eine halbe Million weniger als im Vorjahr. Ob wirklich so viele Menschen das Volksfest besucht haben, wie der Veranstalter mitteilt, kann man wie in jedem Jahr diskutieren. Fest steht: 2014 war im Vergleich ein mäßiges Kirmesjahr.

Schützen und Schausteller machen dafür die schlechten Begleitumstände verantwortlich. Das erste Wochenende ist ihrer Ansicht nach der WM zum Opfer gefallen. Zwar waren zum Finale die Zelte voll, vor lauter Spannung tranken die Gäste aber wenig. Auch den Betreibern der Fahrgeschäfte wäre es lieber gewesen, wenn im TV kein Straßenfeger zu sehen gewesen wäre. Am "Pink Monday" war es dann ungewohnt ruhig, vielleicht, weil viele sich vom Vorabend erholten.

Anschließend machte die Hitze der Kirmes zu schaffen — viele Schausteller waren am Sonntag sichtbar mitgenommen von mehreren Tagen Arbeit in praller Sonne. Die Nachmittage waren bei mehr als 30 Grad schlecht besucht. Das Abendgeschäft lief besser, konnte allerdings die Verluste nicht auffangen.

Kirmes-Architekt Thomas König macht auch zu hohe Preise für den Misserfolg einzelner Schausteller verantwortlich. So verkaufte eine Bude einen halben Liter Wasser für 3,50 Euro. "Bei solchen Preisen muss man sich nicht wundern, wenn die Kunden ausbleiben", sagt König. Jeder müsse schauen, dass Preis und Leistung im richtigen Verhältnis stünden. "Die Besucher stimmen mit den Füßen ab." So lief das Jahr nicht für alle Schausteller schlecht. Manche berichten sogar gegen den Trend von sehr gutem Umsatz. Die spektakuläre Hochschaukel "Flasher" etwa zog Massen an — obwohl sie mit sieben Euro Fahrpreis das teuerste Gerät auf der Kirmes war.

Am Konzept der Kirmes wollen die Schützen grundsätzlich nichts ändern. Die Mischung stimme, meinen sie. Das sehen auch die Schausteller so. Wer auf dem Kirmesplatz herumfragt, erhält fast immer dieselbe Antwort: Die Rheinkirmes gehört zu den besten Plätzen im Land.

Dazu trägt die entspannte Atmosphäre bei. Polizei, Feuerwehr, Ordnungsamt und DRK zeigten sich hochzufrieden. Die Einsatzzahlen sind auf historischem Tiefstand, und das liegt aus Sicht der Behörden nicht nur an weniger Besuchern. "Das Sicherheitskonzept hat gegriffen", sagt Polizeisprecher Markus Niesczery. Lediglich zwei Menschen mussten in Gewahrsam genommen werden. Zum Vergleich: Beim Oktoberfest sind es stets rund 750. Auch das DRK berichtet Positives: Es gab 213 Einsätze der Sanitäter, 44 Menschen mussten ins Krankenhaus gebracht werden — extrem wenig für zehn Tage Volksfest.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die Fahrgeschäfte im Test

(irz)