Weinprobe in der Schnitzelmühle auf der Kirmes - mit Winzer Christoph Lösch

Gewinn auf der Rheinkirmes : Bei der RP-Weinprobe werden aus Fremden Freunde

Wein auf der Kirmes? Ja, klar. An der Schnitzelmühle werden reichlich Weine aus Rheinhessen ausgeschenkt. Zehn Leser der RP durften sieben deutsche Weine testen. Es wurde ein unterhaltsamer Abend.

Eigentlich ist Christoph Lösch ein umgänglicher Typ. Man könnte ihn sogar eine Stimmungskanone nennen. Aber bei einer Sache versteht er keinen Spaß. „Alle guten Dinge werden am Stiel angefasst!“, ruft der Winzer, wenn er jemanden erwischt, der das Weinglas am Kelch hält. Nach einer Viertelstunde haben alle Teilnehmer der Weinprobe, die die RP zusammen mit Bauers Weingarten in der Schnitzelmühle verlost hatte, diese wichtige Lektion gelernt. An drei Tischen sitzen RP-Leser und lernen sich ziemlich schnell ziemlich gut kennen. Dabei helfen die Weine, die Lösch auftischt. Zu Beginn gibt es einen 2015er Spätburgunder aus seinem eigenen Anbau. „Rot wie Drachenblut“, sagt Lösch, der aus Worms kommt, „der Heimat der Nibelungen“. Auf einmal zuckt der Winzer zusammen: „Warum trinken Sie Wasser?“, ruft er fassungslos. „Weil ich keinen Wein vertrage“, sagt Jürgen Scholz beruhigend. Ihm macht es nichts aus, dass er nicht mithalten kann. „Die Probe hat er extra für mich gewonnen“, sagt Ehefrau Kerstin, „ich liebe Wein!“ Auch Tochter Rebecca probiert mit. Wie sich herausstellt, geht sie auf die Berufsschule mit dem Sohn von Sabine Nowozin, die gegenüber sitzt. „Nee, was ist die Welt klein“, staunt diese. Die Welt der Weine indes ist groß, besonderen Anklang findet Löschs „Glanzstück“, eine Riesling Spätlese. „Prost, ihr Brüder, versauft Hab und Güter, eine gute Heirat bringt alles wieder“, deklamiert der Winzer zwischendurch im weichsten Schwäbisch. Und schenkt kräftig nach.

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