St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 - alle Infos

St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316 : Das sind die Rheinkirmes-Schützen

Am 12. Juli startet die Rheinkirmes. Was viele Besucher nicht wissen: Das Ganze ist ein riesiges Schützenfest, ausgerichtet vom St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316. Die wichtigsten Infos zum Verein.

So alt ist der Verein Als Gründungsjahr gilt 1316. Das ist seit 1954 offiziell. Damals legte der damalige Ehrenchef der Generalversammlung ein Dokument aus dem Archiv der katholischen St.-Rochus-Gemeinde vor. Demnach wurde 1316 eine Bruderschaft unter dem Schutz des heiligen Sebastian gegründet, um Pestkranke zu pflegen.

Das ist der Sinn der Sache Das Schützenwesen besteht seit dem Mittelalter und basierte ursprünglich auf der Idee einer Bürgerwehr. Heute bildet diese Tradition im Rheinland als Sommerbrauchtum das Gegenstück zum Winterbrauchtum, dem Karneval. Im Zentrum stehen Brauchtumspflege, Geselligkeit und der Schießsport, aber immer auch der gute Zweck. So sammeln die Schützen bei ihren Veranstaltungen jährlich Tausende von Euro für Bedürftige. Beim Seniorentag auf der Rheinkirmes laden sie jedes Jahr um die 2000 ältere Menschen zu Essen, Trinken und Unterhaltung ein.

So sind die Schützen organisiert Jeder der über 40 Schützenvereine in Düsseldorf hat ein Regiment. Das sind die aktiven Mitglieder, die bei den Umzügen marschieren. Das Regiment gliedert sich in Bataillone, die jeweils von einem Major geführt werden. Die Bataillone wiederum bestehen aus meist mehreren Kompanien (Gesellschaften). Jede Gesellschaft hat normalerweise eine eigene Führungsstruktur, sprich: einen ersten und zweiten Hauptmann, einen Schriftführer, einen Kassierer, einen Hauptfeldwebel und einen Feldwebel. Die Kompanien ermitteln auch eigene Könige. Die Überstruktur, der St. Sebastianus Schützenverein Düsseldorf 1316, wird von einem Vorstand geleitet.

So wird man Mitglied Jede Gesellschaft hat dazu eigene Regeln. Bei der Gesellschaft Reserve braucht man zwei Bürgen und muss zwei Mal in voller Schützenmontur bei den monatlichen Mitgliederversammlungen erscheinen. Die Uniform kostet übrigens um die 800 Euro.

So wichtig sind Waffen und Alkohol Das alte Vorurteil lautet: Schützen geht es nur ums Ballern – oder ums Altbier. Tatsächlich begreifen die Schützen das Schießen als Sport, das aus der Tradition der Stadtverteidigung kommt. Viele haben eigene Waffen, manche benutzen aber auch nur die Ausrüstung des Vereins. Regelmäßig wird auf dem Platz in Kaiserswerth geübt. Und der Alkohol? Beim Schützenfest wird reichlich Altbier getrunken. Dazu Schützenchef Lothar Inden: „Wir sind aber natürlich keine Säufer, wie oft unterstellt wird. Wir trinken in fröhlicher Runde ebenso wie auch viele andere Vereine bei ihren Geselligkeiten.“

Das sind die wichtigen Festtage Im Januar gedenken die Schützen beim Titularfest ihrem Schutzheiligen St. Sebastian. Am zweiten Sonntag im Mai folgt dann der Gedenktag für Stephanie von Hohenzollern, eine mildtätige Prinzessin aus dem 19. Jahrhundert. Im Juli steht dann das Schützenfest mit der größten Kirmes am Rhein an.

So wird man König oder Königin Wer schießt den Vogel ab? Die goldene Mösch, ein Vogel aus Holz, wird jedes Jahr am Sonntag vor der Kirmes in einem festlichen Akt aus dem Rathaus geholt und durch die Altstadt getragen. In früheren Jahrhunderten wurden so die Düsseldorfer Bürger daran erinnert, dass in der kommenden Woche Schützen- und Volksfest beginnen. Anders als bei vielen Schützenvereinen im Rheinland wird der Schützenkönig der Sebastianer nicht aus einem Kreis von Bewerbern ermittelt. Jeder kann auf den hölzernen Königsvogel schießen. Wenn es ernst wird, erschallt ein Wecker. Wer dann schießt, hat Chancen auf den Thron. Den König erkennt man an seiner Kette. Jeder Amtsinhaber trägt dazu eine silberne Plakette bei. Die Plaketten vergangener Könige werden sorgsam verwahrt.

So viel Schützenwesen steckt in der Kirmes Um einen Platz auf der größten Kirmes am Rhein bewerben sich jährlich rund 1000 Schausteller. Etwas über 300 bekommen den Zuschlag. Die Entscheidung fällt Kirmesplaner Thomas König. Formell betrachtet ist er Vorsitzender der Platzkommission, Vorstandsmitglied und – zusammen mit Schützenchef Lothar Inden – Geschäftsführer der veranstaltenden GmbH. An der Rheinkniebrücke steht das große Festzelt der Schützen. Hier feiern die Vereinsmitglieder ihre Könige, hier werden Mitglieder für langjährige Treue oder besondere Verdienste um den Verein mit Orden ausgezeichnet. Am Ende des Festes gibt es einen Zapfenstreich – ein sehr feierlicher Augenblick. Der Begriff stammt aus der Zeit der Landsknechte und war das Zeichen für den Beginn der Nachtruhe in den Quartieren.

Das sollte man zur Parade wissen Der große Schützenzug der Sebastianus-Schützen findet am Sonntag, 13. Juli, statt. Der Marsch beginnt um 8.50 Uhr am Burgplatz, um 9.30 Uhr gibt es einen Festgottesdienst in St. Lambertus. Um 15 Uhr beginnt der historische Festzug an der Cäcilienallee, um 16.15 Uhr findet vor vielen Schaulustigen die große Parade auf der Jägerhof-Allee im Hofgarten statt. Die Sappeure in ihren weißen Kitteln und blauen Uniformjacken führen den Zug an. Auch die Tambourkorps gehören traditionell zu jedem Schützenfest. Es sind Musikgruppen, die mit Trommeln, Querflöten und oft auch Becken antreten. Vor der großen Parade im Hofgarten gibt der Schützenvorstand traditionell einen Empfang im Schloss Jägerhof.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Die größte Kirmes am Rhein ist eröffnet

Mehr von RP ONLINE