Größte Kirmes am Rhein - mit Video: Sie verdienen an der Kirmes

Größte Kirmes am Rhein - mit Video : Sie verdienen an der Kirmes

Mit mehr als vier Millionen Besuchern an neun Tagen ist die Größte Kirmes am Rhein das umfangreichste Fest in Düsseldorf. Der Veranstalter, die Schützen, sehen sich als mittelständisches Unternehmen. Und nicht nur die Schausteller profitieren vom Geschäft mit dem Vergnügen.

Die Düsseldorf Marketing Tourismus (DMT) hat die Größte Kirmes am Rhein zum Aushängeschild gemacht. Sie kurbelt den Bustourismus an und wirbt um Gäste aus aller Welt. "Wir sind nicht nur die Größte Kirmes am Rhein", sagt DMT-Chefin Eva-Maria Illigen-Günther, "sondern auch eine attraktive Familienkirmes mit tollen Fahrgeschäften." Und das kommt bei den Besuchern an. Hatten die Experten der DMT im vergangenen Jahr grob ausgerechnet, dass an den neun Kirmestagen 160 Millionen Euro ausgegeben wurden, so könnten es dieses Mal auf den Rheinwiesen und vorzugsweise in den Kneipen und Restaurants der Innenstadt noch mehr werden. "Die Wetter-Prognosen sind gut", sagt Illigen-Günther, "da geben die Leute mehr Geld aus."

Schatzmeister muss ständig zahlen

Geld nimmt auch der Veranstalter, der St. Sebastianus Schützenverein von 1316, ein, um es sofort wieder auszugeben. "Für Düsseldorf sind wir ein großes mittelständisches Unternehmen", sagt Schützenchef Lothar Inden. Rund eine Million nimmt der Verein jedes Jahr ein, hauptsächlich Platzmiete (um 700 000 Euro), aber auch bei Sponsoren.

Schatzmeister Wolfgang Heuser hält zwar das Geld zusammen, muss aber ständig zahlen. "Fast die Hälfte geht an die Stadt", sagt er. 35 000 Euro kostet es, den Platz auf der Rheinwiese anzumieten, die spätere Renaturierung kostet zwischen 40 000 und 50 000 Euro, Strom, Gas und Wasser kommen hinzu. Für die Verkehrsüberwachung, Absperrungen in Oberkassel und den OSD zahlt er weitere fünfstellige Beträge. "Nicht zu vergessen die Gewerbesteuer", sagt Heuser. 50 000 Euro für die Müllabfuhr, 26 000 Euro für DRK und Feuerwehr. 130 000 Euro kosten die Musikkapellen.

800 000 Kilowattstunden Strom werden auf der Kirmes verbraucht. Das entspricht dem Jahresverbrauch von 250 Familien. Die Stadtwerke haben einen "individuell kalkulierten Vertrag" mit dem Veranstalter abgeschlossen. Über Preise schweigt sich das Versorgungsunternehmen aus. Um die 90 000 Euro zahlen die Schützen für die Parkplätze an der Messe und den Pendelverkehr zur Kirmes. Die Rheinbahn hat an den Kirmestagen wesentlich mehr zu tun. "Wir haben mehr Einnahmen, aber auch einen größeren Aufwand, so dass wir bestenfalls kostendeckend arbeiten", sagt Rheinbahnsprecher Georg Schumacher. Mehr Einnahmen und mehr zu tun haben die Restaurants und Kneipen, wie beispielsweise die "Zille" am Luegplatz. "Das Geschäft läuft prächtig", sagt Mitarbeiter Pasquale Ficiliani. Zufrieden ist auch Schaustellerin Trudi Renoldi. Seit 1978 kommt sie zur Kirmes. Seit fünf Jahren betreibt sie das Tiroler Dorf. "Düsseldorf ist ein gutes Pflaster", sagt sie. Hier könne man das Minus von anderen Plätzen wieder wettmachen.

Hier geht es zur Infostrecke: Tipps für den Kirmes-Besuch

(RP)