Rheinkirmes in Düsseldorf 2018: Kosten für Alt-Bier steigen

Preise auf der Kirmes : Das Bier auf der Rheinkirmes wird teurer

Schlechte – wenn auch nicht unerwartete Nachricht für alle Kirmes-Besucher: Das Bier wird teurer. Zumindest einige Brauereien haben die Preise angehoben. Trotzdem wird das Volksfest am Rheinufer zahlreiche Besucher anlocken, wie schon seit Jahrhunderten.

„Aber heut ist Kirmes, ganz Düsseldorf trinkt Wein. Nicht als ob’s das nicht jeden andern Tag auch thäte, aber es geht spazieren dabei. Nicht als ob’s das nicht jeden andern Tag thäte, aber es wird getanzt und gejodelt, und sich betrunken, und Waffeln auf offner Straße gebacken. Sie wissen ja, was Kirmes heißt.“ Diese blumigen Worte schrieb Felix Mendelssohn-Bartholdy in einem Brief an seinen Freund Joseph Fürst im Jahr 1834. Damit beschreibt der Komponist das alljährliche Treiben auf der Größten Kirmes am Rhein ziemlich gut.

In Deutschland gibt es nur drei Volksfeste, die in ihrer Größe die Rheinkirmes übertreffen: Den Cannstatter Vasen, die Cranger Kirmes und das Oktoberfest in München. Ursprung des Düsseldorfer Festes ist die Feier der Kirchweih von St. Lambertus und der Gedenktag des Heiligen Apollinaris, des Schutzpatrons von Düsseldorf. Daher gibt es auch heute noch Bestrebungen von kirchlicher Seite, das Volksfest in „Apollinaris-Kirmes“ umzubenennen. Eine Feier der Düsseldorfer Schützen zur Kirchweih von St. Lambertus findet seit 1435 statt und hat sich über die Jahrhunderte zu der großen Kirmes ausgedehnt, die seit 1901 auf den Oberkassler Rheinwiesen stattfindet.

Auch in diesem Jahr wird es von Freitag, dem 13. Juli bis Sonntag, dem 22. Juli, auf den Oberkassler Wiesen wieder laut, bunt und feucht-fröhlich hergehen. Wenn Mendelssohn-Bartholdy noch von Wein spricht, so ist heutzutage doch Bier das vorherrschende Getränk – um genauer zu sein, natürlich Düsseldorfer Altbier. Sieben große Brauereien schenken in diesem Jahr in ihren Festzelten an die Kirmesbesucher aus (siehe Tabelle). Dabei haben einige Anbieter ihre Preise im Vergleich zum Vorjahr deutlich erhöht, so kostet das Glas Schlüssel in diesem Jahr 20 Cent mehr, das Uerige immerhin 10 Cent. Gleich geblieben sind unter anderem Schumacher und Schlösser Alt.

So teuer wird das Bier auf der Kirmes. Foto: RP/DPA-Grafik

Da es in den verschiedenen Zelten Bier in unterschiedlichen Gläsern gibt, lohnt sich das Hochrechnen auf einen Liter. Am günstigsten kommt man hier mit Gulasch-Alt weg, das 9,20 Euro pro Liter kostet, am teuersten ist das Frankenheim mit 10,75 Euro. Zum Vergleich: Auf dem Oktoberfest kostete die Maß (also ein Liter) im vergangenen Jahr zwischen 10,60 und 10,90 Euro. Die Preise auf der Rheinkirmes nähern sich also langsam denen des Münchner Festes an. Die Brauereien begründen ihre gestiegenen Preise mit den Mehrkosten für Sicherheit und das Unterhaltungsprogramm. Doch davon werden sich die Düsseldorfer sicher nicht abhalten zu lassen, ein großes Fest zu feiern, wie Mendelssohn-Bartholdy es schon vor fast 200 Jahren beschrieben hat.

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