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Rheinkirmes 2018: Schützen ziehen mit großer Parade durch Düsseldorf

Rheinkirmes 2018 in Düsseldorf : „Starbucks“ führt die Schützenparade an

Auf einem Pferd, das den Namen einer Kaffeekette trägt, präsentierte Oberst Günther Pannenbecker die Bataillone.

117 Jahre alt ist die größte Kirmes am Rhein. Und vermutlich genauso alt ist der Brauch der Düsseldorfer Schützen: eine Parade in Uniform, mit Pferden Kutschen, Königen und Marschmusik. Das gibt es grundsätzlich zwar im ganzen Rheinland. Doch in seiner Perfektion und nicht zuletzt mit seiner Größe ist die Düsseldorfer Schützenparade mit dem, was in Stadt und Land in der Umgegend zu sehen ist, nicht zu vergleichen: 700 Musiker, sechs Schützenbataillone mit zusammen weit mehr als 1000 Mitgliedern, 100 Pferde – es gibt Staaten, deren Armeen sind kleiner als das, was man am Sonntag im Hofgarten sehen konnte.

Kurz vor dem Zug trafen sich Düsseldorfs Promis auf Einladung von Schützenchef Lothar Inden im Hof des Schloss Jägerhof vor den Toren des Hofgartens. Zum einzigen Mal während der langen Kirmeswoche sah man Inden nicht wie gewohnt in seiner Uniform der Gesellschaft Reserve, sondern ganz zivil. Oder besser gesagt, ganz gediegen. „Traditionell trage ich beim Abnehmen der großen Parade den Stresemann“, sagte Inden am Rande. Doch ein Schützenchef wäre kein Schütze, wenn er nicht einige Insignien seiner Brauchtumsmacht trüge, seine Amtskette. Und die ist nicht nur alt und wertvoll, sondern hat einen Bezug zum Ort der Veranstaltung. Sie wurde von Karl-Anton von Hohenzollern-Sigmaringen 1858 den Sebastianern gestiftet. Und genau dieser Mann lebte zu jener Zeit im rosafarbenen Schloss Jägerhof. Die Inschrift „Nihil sine deo“ (Nichts ohne Gott) ziert die kiloschwere Kette, das war auch die Devise der Hohenzollern als Könige von Rumänien.

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Eigentlich sind die Sebastianer ja nur einer von 68 Düsseldorfer Schützenvereinen. Doch 1400 Mitglieder in 30 Gesellschaften – da kann keiner der anderen quantitativ mithalten. Wegen der vielen als Bataillone, Kompanien und Züge gegliederten Einheiten der Sebastianer von 1316 sprechen die Mitglieder ehrfurchtsvoll vom „Großen Verein“, wenn sie die Gesamtorganisation meinen. Entsprechend pompös fiel auch die große Parade am Sonntag aus. Die Ehrengäste und zahlende Besucher nahmen auf der Tribüne Platz (Erstmals mit Schalensitzen anstelle von Bänken), während sich Oberbürgermeister Thomas Geisel, Schützenchef Lothar Inden, Gästekönig und Stadtwerkevorstand Manfred Abrahams, Vize-Chef Wolfgang Vollmer vor der Ehrentribüne aufstellten, um die Parade abzunehmen. Hinzu kam dann noch Regimentskönig Christopher Tietz, der in einer von vier weißen Pferden gezogenen Kutsche heranfuhr. Dann folgte das immer gleiche Ritual. Schützenoberst Günther Pannenbecker ritt auf dem Pferd die geschmückte Reitallee entlang. Stoppte vor der Tribüne und meldete dem Schützenchef, die Bataillone seien vollständig angetreten. Sein 37. Ritt als Schützenoberst war das gestern. Entsprechend mit Bravur erledigte Pannenbecker seine Aufgabe. Sein Pferd, dieses Mal war es nur ausgeliehen, trägt übrigens den Namen Starbucks. Pannen blieben übrigens aus, obwohl seit Jahren gewettet wird, wann das Pferd Oberst Günther Pannenbecker mal coram publico abwerfen könnte. Geschehen ist es jedenfalls nicht. Obwohl es für den erfahrenen Reiter schwieriger geworden ist. „Früher war hier roter Sand, dass war für die Pferde besser“, sagt Pannenbecker und erinnerte, dass er vor zwei Jahren beinahe gestürzt wäre.

Im Anschluss folgten nun immer im Wechsel drei Musikkapellen und denn die Gesellschaften und Kompanien der einzelnen Züge, begleitet von Marschmusik. Hin und wieder wurde auch mal eine Ausnahme gemacht. Eine Marschkapelle etwa spielte das Weihnachtslied „Tochter Zion“, was aber wegen der zackigen Spielweise fast keinem der Schützen oder Gäste auffiel. Ein der Höhepunkte: Die zahlreichen Schützen in historischen Uniformen hoch zu Ross.