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Düsseldorf: Neue Route für die Schützenparade

Düsseldorf : Neue Route für die Schützenparade

Der Orkan von Pfingsten hat große Teile des Hofgartens zerstört, so dass die St. Sebastianus Schützen nicht wie sonst ihre Parade auf der Reitallee abhalten können. Die neue Route steht: Die Parade ist am Kirmessonntag vor dem Rathaus.

Klever Straße, Joseph-Beuys-Ufer an der Rheinterrasse, dann über die Fritz-Roeber-Straße und die Mühlengasse weiter über Altstadt-Straßen, die Königsallee in den Hofgarten: Das war bislang der Weg, den 2500 Schützen und Musiker beim traditionellen historischen Festzug der St. Sebastianus Schützen gegangen sind. In diesem Jahr ist alles anders. Orkan "Ela" hat so viele Bäume im Hofgarten zerstört, dass die Reitallee für diese Parade nicht sicher zu betreten ist. Eine Herausforderung für Schützenoberst Günther Pannenbecker, der den Weg der Parade eigentlich lange nicht mehr neu planen musste. Seit 1981 ist er der Oberst und brauchte die Route bislang immer nur bei kleineren Baustellen auf den Straßen neu legen. Jetzt aber ist fast alles neu. Die Klever Straße als Treffpunkt fällt weg, der Weg an der Rheinterrasse ebenfalls, die Schützen ziehen später nicht über die Bankenseite der Kö, und das Ende des Wegs ist eben nicht im Hofgarten, sondern am Marktplatz. "Die Reitallee war doch wirklich die ganzen Jahrzehnte der Inbegriff unserer Parade."

In Gesprächen mit allen beteiligten Behörden gibt es nun folgenden Weg: Die Schützen stellen sich am Burgplatz auf, gehen über Altestadt und Ratinger Straße zur Heinrich-Heine-Allee, über die Girardet-Brücke auf die Geschäftsseite der Königsallee, über die Hohe Straße Richtung Carlsplatz, die Flinger Straße bis zum Uerige. Dort werden die Kutschen mit Königspaar und Jungschützenkönig vorbeigelassen, und es wird Kurs aufs Rathaus genommen. Und genau unter den Augen des Jan Wellem ist dann die große Parade. Mit dem Unterschied, dass es keine Tribüne für rund 1200 Ehrengäste gibt. "Die Gäste stehen rechts und links in einem eigenen Bereich", so Pannenbecker. Eine Tribüne hätte zu viel Platz gebraucht - zumal die 180 berittenen Schützen, die 30 Kapellen und die Mitglieder der 30 Kompanien den Marktplatz sicher gut füllen werden. Der Festzug, an einer Linie aufgestellt, würde knapp zwei Kilometer messen. Nach dem offiziellen Ende des Umzugs (inklusive Stechschritt-Vorführung von Band-Leiter Werner Bendels) bleiben die Schützen und Musiker dann noch bis 18 Uhr beim Biwak rund ums Rathaus zusammen, bevor es auf den Kirmesplatz ins Schützenzelt geht.

"Gut, dass das Frankreichfest in diesem Jahr am ersten Juli-Wochenende stattfindet", so Pannenbecker. "Sonst könnten wir uns nicht so problemlos auf dem Burgplatz versammeln." In den vergangenen Jahren hat das Frankreichfest meistens auch am ersten Kirmes-Wochenende rund ums Rathaus und Rheinufer stattgefunden. In diesem Jahr ist es zum ersten Mal verlegt worden - ohne dass die Organisatoren wissen konnten, dass die Schützen den Burgplatz gut gebrauchen können.

Für tausende von Düsseldorfern ist der Schützenumzug beliebtes Ausflugsziel am Nachmittag des ersten Kirmessonntags. Die besten Plätze zum Gucken sind nach Meinung von Pannenbecker die Hohe Straße und die Königsallee. "Eng wird es an der Flinger Straße und am Uerige", vermutet der 67-jährige Schützenoberst, der wie seit drei Jahren wieder auf dem Friesen "Iwan" im Zug mitreiten wird. Ob er das in seinem alten Frack tun kann, weiß er noch nicht genau. In den letzten Monaten hat Pannenbecker ein bisschen auf die Ernährung geachtet und einige Kilos abgenommen.

Für Thomas Hondele, amtierender König der St. Sebastianer, ist dieser Festzug Höhepunkt und zugleich der Abschluss seiner Zeit als Majestät: Am 15. Juli wird schon ein neuer Schützenkönig ermittelt.

(RP)