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Düsseldorf: Kirmes-Betreiber: "Wir sind familienfreundlich"

Düsseldorf : Kirmes-Betreiber: "Wir sind familienfreundlich"

Die Kinderschützer der Stadt fordern eine Kampagne für die Größte Kirmes am Rhein. Ziel ist es, die Kleinkinder und vor allem unter Dreijährige vor dem Lärm und den grellen Lichtern auf dem Jahrmarkt zu schützen. Als positives Beispiel führen sie ein Konzept an, das bereits seit Jahren beim Münchner Oktoberfest umgesetzt wird.

Eigener Familien-Platz

Unter dem Motto "Kinder Wiesn" wurden in der bayerischen Landeshauptstadt Regeln, Tipps und Angebote für Familien zusammengestellt. So ist es dort etwa samstags verboten, mit Kinderwagen über den Festplatz zu fahren. Zudem gibt es gewisse Sperrstunden in den Bierzelten für Kinder unter sechs Jahren. Unterstützt werden Familien auch mit einem eigenen Platz mit Babywickelraum, Kinderwagen-Parkhaus, Kinderkarussells und Sitzgelegenheiten. Und auf der Website www.kinderwiesen.de finden Eltern Tipps rund um den kinderfreundlichen Oktoberfest-Besuch.

Doch kinderfreundlich, dass sei die Größte Kirmes am Rhein schon lange, betont etwa Bruno Schmelter, Vorsitzender des Schlaustellerverbands in Düsseldorf. "Wir können auch unsere Kirmes überhaupt nicht mit der Wiesn in München vergleichen", gibt er weiter zu bedenken. Dort sei es ein regelrechtes Bierfest mit zahlreichen Betrunkenen — in Düsseldorf gehe es hingegen vielmehr um ein gemeinsames Erlebnis für die ganze Familie. "Wir haben Fahrgeschäfte für Opa und Enkel, für Mutter und Tochter", sagt Schmelter, der selbst mehrere Kinderkarussells betreibt.

Generell hält der Vorsitzende die Forderungen der Kinderschützer für übertrieben. "Wenn bei den hohen Temperaturen die Eltern mit ihren Kindern etwas später kommen, ist das auch in Ordnung." Schließlich sei es in südlichen Ländern auch kein Problem, dann noch mit Kindern unterwegs z u sein.

Auch die Überlegung der Kinderärzte, einen eigenen Bereich für Kinder auf der Kirmes einzurichten (die RP berichtete in der gestrigen Ausgabe) findet wenig Anklang. Dazu Kirmes-Architekt Thomas König: "Es kommt ja auf eine gute, interessante Mischung an. Das wäre bei einem ausschließlichen Bereich mit Karussells und Ständen für Kinder nicht möglich."

Wiederum unterstreicht er die Kinderfreundlichkeit der Düsseldorfer Kirmes: "Wir haben zwar keinen ausgewiesenen Familien-Platz, dafür aber einen Wickelraum und diverse Ruheplätze mit Sitzgelegenheiten, die auch zum Rückzug für Familien gedacht sind." Zudem verweist König darauf, dass in Abstimmung mit den Anwohnern die Kirmes im Vergleich zu den Vorjahren ruhiger geworden sei. "Nach 22 Uhr wird die Lautstärke runtergefahren."

Kommentar

Hier geht es zur Bilderstrecke: Kirmes feiert gelungenen Auftakt

(RP)