Rheinkirmes: Junge fällt aus Kettenkarussell

Rheinkirmes : Junge fällt aus Kettenkarussell

Ein vier Jahre alter Junge ist am Sonntag von der Rheinkirmes ins Krankenhaus gebracht worden. Er hatte ersten Ermittlungen zufolge den Bügel vor seinem Karussell-Sitz geöffnet, als es sich noch drehte. Es ist der erste Kirmes-Unfall seit Jahren.

Der kleine John habe wohl mehr als nur einen Schutzengel gehabt, hieß es gestern bei den Helfern vom Rettungsdienst. Denn der Vierjährige war am frühen Abend aus einem Kettenkarussell gestürzt. Er hat sich dabei zwar verletzt — aber offenbar nicht so schlimm, wie es Augenzeugen zunächst befürchteten. Es ist der erste ernsthaftere Unfall auf der Kirmes seit Jahren.

John soll, als sich die Fahrt des Karussells verlangsamte, den Bügel an seinem Sitz geöffnet haben. Weil der Schwung noch zu groß war, flog er im hohen Boden aus der kleinen Gondel und prallte vorm Eingang eines Wohnwagens auf. Der gehört zwei Frauen, die unter den Künstlernamen Cassandra und Soraya Karten legen und aus der Hand lesen. "Plötzlich kam das Kind die Stufe hinauf in unseren Wagen. Es war voller Blut", sagte Cassandra, die auch Stunden später noch sichtlich mitgenommen war.

Doch als der kleine John blutend und benommen vor ihr stand, da hat sie die Ruhe bewahrt und sofort zum Telefon gegriffen. Sie informierte die Polizei. Als sich unter zahlreichen Kirmesbesuchern, die den Sturz gesehen hatten, ein Arzt zur Hilfe meldete, gab Cassandra ihm das Telefon, so dass er die Leitstelle direkt über den Zustand des Kindes informieren konnte.

Trotz seines Unfalls war John bei Bewusstsein und ansprechbar, hieß es. Ein paar seiner Milchzähne hat er wohl eingebüßt, auch die Lippe blutete stark. Die Sanitäter brachten ihn in die Kinderklinik der Düsseldorfer Universität. Dort wird sein Kopf noch einmal gründlich untersucht. Wenn alles gut geht, kann John, der mit seinen Eltern auf der Kirmes war, schon heute wieder nach Hause.

Das große Glück des Jungen: Er fiel genau in den schmalen Eingang des Wahrsager-Wohnwagens. Wäre er einen Sekundenbruchteil später aus der Gondel geflogen, hätte er auf einen Metallzaun fallen können. Der Wohnwagen der Wahrsagerinnen, der seit 25 Jahren auf der Kirmes steht, ist erst seit diesem Jahr zur Seite gedreht, so dass der Eingang in Richtung des Karussells zeigt. "Es ist unglaublich, dass der Junge genau hierhin gefallen ist", sagt Cassandra. "Wenn er gegen Zaun gefallen wäre, hätte er sich sicher schwer verletzt."

Die Polizei nahm kurz nach dem Unfall die Ermittlungen auf. Mängel am Karussell wurden offenbar nicht festgestellt, denn es drehte sich bald nach dem Unfall weiter. Wie alle Kirmesattraktionen war auch dieses Karussell nach dem Aufbau vorige Woche von Fachleuten begutachtet und abgenommen worden.

Mehr zur Kirmes in unserem Special.

(RP)
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