Klare Aussage der Düsseldorfer Polizei „Rheinkirmes ist eine der sichersten Großveranstaltungen Deutschlands“

Düsseldorf · Die Gesamtzahl der Straftaten ist im Linksrheinischen voriges Jahr gesunken. Die meisten Delikte gab es in Düsseldorf-Oberkassel. Aber die Kirmes hat damit nichts zu tun, sagt die Polizei.

 Der Leiter der Polizeinspektion Mitte sieht der Düsseldorfer Rheinkirmes, die im Juli beginnt, entspannt entgegen.

Der Leiter der Polizeinspektion Mitte sieht der Düsseldorfer Rheinkirmes, die im Juli beginnt, entspannt entgegen.

Foto: Anne Orthen (orth)

Die Zahl der Straftaten im Linksrheinischen ist im vergangenen Jahr leicht gesunken und bleibt auf vergleichsweise niedrigem Niveau. Auch die Kirmes in Oberkassel mit hunderttausenden Besuchern sorgt für keinen Ausreißer: „Die Kirmes ist eine der sichersten Großveranstaltungen Deutschlands“, so Thorsten Fleiß, Chef der Polizeidirektion Mitte. Er stellte die Zahlen jetzt in der Bezirksvertretung 4 vor.

In der letzten Sitzung vor der Sommerpause wurde es dank Fleiß erst kriminell – und gegen 17.30 Uhr dann hektisch: Die Bezirkspolitiker waren noch nicht mit der Tagesordnung durch – und um 18 Uhr spielte Deutschland gegen Ungarn. Am Ende schafften es alle noch rechtzeitig vor den Fernseher oder zum Public Viewing – mit Sicherheit.

Denn die ist laut Fleiß im Linksrheinischen tatsächlich hoch. 2023 zählte die Polizei in Oberkassel, Niederkassel, Heerdt und Lörick insgesamt 3051 Straftaten – 58 weniger als im Jahr zuvor. Die meisten Fälle (1293) gab es in Oberkassel, gefolgt von Heerdt (1013). In Lörick schrieb die Polizei 473 Anzeigen, in Niederkassel nur 272.

„Die Kriminalitätszahlen, die wir im Stadtbezirk 4 im gesamten Jahr erstellt haben, hat das Oktoberfest teilweise an einem Tag“, so Fleiß. Beim Thema Straßenkriminalität – dazu zählen etwa Taschendiebstahl und Raub – zog Fleiß auch einen Vergleich zum Stadtbezirk 1, zu dem auch die Altstadt gehört: Dort habe es im letzten Jahr mehr als 6000 solcher Delikte gegeben. Im Linksrheinischen waren es 867.

Das waren zumindest 60 Delikte mehr als im Jahr 2022. Die Zahl von Autodiebstählen stieg sogar noch stärker an, von 23 auf 48 in 2023. Es gab auch noch mal mehr Einbrüche (175) als 2022 (148). So viele hatte man seit Corona nicht mehr gezählt. Jede zweite Tat war in Oberkassel, die wenigsten Einbrüche gab es in Lörick – wobei dort auch wesentlich weniger Menschen leben.

„Oberkassel hat die größte Kriminialitätsbelastung im Stadtbezirk 4“, bestätigte denn auch Fleiß, der auch über einen Anstieg der Unfallzahlen im Stadtbezirk berichtete. Unter den 9021 Unfällen im vergangenen Jahr (Vorjahr 8439) sei insbesondere die Zahl der beteiligten Senioren gestiegen. Die Zahl der Verletzten allerdings sei nahezu gleich geblieben und Todesopfer waren 2023 im linksrheinischen Straßenverkehr gar nicht zu beklagen.

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Foto: Bretz, Andreas (abr)

Auf die anstehende Kirmes blickt Fleiß entspannt. Sie sei „tatsächlich in der Kriminalitätsstatistik nahezu unauffällig.“ Dass es die erste Kirmes nach der Legalisierung von Cannabis wird, spielt für die Polizei eigentlich keine Rolle. Die Veranstalter müssen sich um die Kontrollen kümmern (auf dem Festplatz ist Kiffen nämlich gesetzlich weiter verboten). Die Polizei müsse nur eingreifen, wenn es völlig eskaliert.