Neuer Film made in Düsseldorf Die Rheinkirmes als Filmkulisse

Düsseldorf · Ein Film – zwei Mal Kirmes: Dominik Galizia dreht den Film „Rock'n Roll Ringo“. Schon bei der Rheinkirmes schlug er mit seiner Crew auf, nun ging es weiter zum Volksfest in Herne. Es geht um einen Kirmesboxer.

Regisseur Dominik Galizia (l.) und Schauspieler Martin Rohde auf der Rheinkirmes

Regisseur Dominik Galizia (l.) und Schauspieler Martin Rohde auf der Rheinkirmes

Foto: Anne Orthen (ort)

Die „schwierigen“ Arbeitsbedingungen auf der Rheinkirmes konnten Dominik Galizia nicht die Laune verderben. Er orchestrierte als Regisseur bis zu 40 Mitarbeiter für seinen Film „Rock'n Roll Ringo“, viele Dreharbeiten fanden gerade während des großen Volksfestes am Rhein in Düsseldorf statt, nun war die Cranger Kirmes dran. „Die Kirmes ist das beste, größte, schönste und authentischste Filmset der Welt“, schwärmt der 35-Jährige. „Aber es ist auch eine massive Herausforderung an alle, besonders an den Ton.“

Gedreht wurde in Düsseldorf hauptsächlich zwischen 21 und 22 Uhr, also dann, wenn sich die Nacht allmählich über die Oberkasseler Rheinwiesen senkt – und sich diese Stimmung auf den Rummelplatz übertrug. Es wurde dann aber auch hektisch, denn der Platz war voll. „Aber ich bin dankbar und glücklich über die Aufnahmen und über die großartige Zusammenarbeit mit den Schaustellern“, so Galizia.

„Wir dringen in ihr Gebiet ein, schränken für knapp 30 Minuten für die Aufnahmen ihren Betrieb ein und doch sind alle freundlich und machen mit.“ Und auch vom Publikum war Galizia angetan – mit dem Start der Kirmes war das Filmteam vor Ort, es gab keinen einzigen Konflikt, keine Streiterei. „Ich bin echt begeistert, wie friedlich das Publikum ist“, lobte Galizia.
Der Film handelt von einem arbeitslosen Gerüstbauer, der sich als Kirmesboxer durchschlägt, um seiner gehörlosen Tochter einen langersehnten Traum zu erfüllen. Und da gibt es doch nichts Besseres, als die tragenden Szenen an Originalschauplätzen zu drehen.

„Ich habe vor einem halben Jahr Kontakt mit Charly Schultz, dem Betreiber der Boxbude 'Fight Club', aufgenommen“, verrät der Regisseur. „Er hatte sofort Interesse daran, sein Geschäft während der Rheinkirmes zeitweise zur Verfügung zu stellen.“ Neben der Boxbude wurden auch Szenen am Autoscooter, dem Riesenrad, im Spiegelkabinett und an der Alpina-Achterbahn gedreht.
Galizia, gebürtiger Trierer, kommt genauso wie Kameramann Elias C.J. Köhler aus Berlin. Die meisten aus der Crew stammen allerdings aus NRW. „Der ganze Film spielt in NRW. Ringo stammt aus Herne.“ Und so zog das Team passenderweise nach der Rheinkirmes zur Cranger Kirmes nach Herne weiter und drehte dort den Aufbau.

Mit dem Film und dem Drehbuch für seinen dritten abendfüllenden Spielfilm erfüllt sich Galizia einen Kindheitstraum. „Ich war früher oft mit meinem Opa auf der Kirmes, auch in Düsseldorf. Kirmes fand ich schon immer faszinierend und erzählenswert“, meint Galizia „Lange wusste ich aber nicht, wie ich es erzählen sollte.“

Jetzt, auch weil er Hauptdarsteller Martin Rohde, mit dem er auch den Achtungserfolg „Heikos Welt“ drehte, fand er die Lösung und den perfekten Drehort mit der Rheinkirmes. Bei der Umsetzung half auch die Film- und Medienstiftung NRW. „Rock'n Roll Ringo“ wird nächstes Jahr in die Kinos kommen. Vielleicht wird der Galizia-Film dann ja auch zeitgleich zur Rheinkirmes im Open-Air-Kino gezeigt.

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