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Sankt-Sebastianus-Schützenverein 1316: Alle können König werden

Sankt-Sebastianus-Schützenverein 1316 : Alle können König werden

Wenn die Schützen des Sankt-Sebastianus-Schützenvereins 1316 ihren nächsten König bestimmen, dürfen sich Vereinsmitglieder, Angehörige und Besucher auf einen echten Wettkampf am Schießstand freuen. Denn: Im Gegensatz zu so manchen Bruderschaften und Vereinen in und um Düsseldorf herum wird der König der Sebastianer, der dann ein Jahr in einem der ältesten Düsseldorfer Schützenvereine und als Höhepunkt über deren Kirmes am Rhein herrscht, tatsächlich ausgeschossen.

In vielen anderen Vereinen wird der König vorab bestimmt und schießt dann ohne Gegner auf den Vogel. "Bei uns gibt es kein Auswahlverfahren" betont Lothar Inden, 1. Chef der St. Sebastianer. "Wir warten am Kirmesdienstag ab dem späten Nachmittag auf dem öffentlichen Hochstand mitten auf der Festwiese am Rhein auf den Abschuss des Königsvogels. Alle unsere rund 1600 Mitglieder treten an — und wer Ambitionen auf die Königswürde hat, setzt seine ganzen Schießkünste ein, um den Vogel herunterzuholen."

Das habe freilich auch mit einem gehörigen Quäntchen Glück zu tun — denn gerade bei so vielen Schützen kann jeder Schuss entscheidend sein. "Manchmal holt ein sehr guter Schuss den Vogel nicht ganz von der Platte, so dass der nächste Schütze dann einigermaßen leichtes Spiel hat. Selbst wenn er nicht zu den besten Leuten am Gewehr gehört", sagt Inden. Zudem hänge der Erfolg beim Schießen auch mit der Beschaffenheit des Vogels zusammen.

Für die Anwesenden — ganz gleich ob Schützen oder Besucher — ist das ein interessantes Geschehen. "Niemand weiß, wer den Vogel schließlich abschießt." Die vergangenen Jahre haben gezeigt, dass das Schießen um die Königswürde zwischen 45 Minuten und einer Stunde dauert. Genau die richtige Zeitspanne, um die Spannung aufrecht zu erhalten, weiß Lothar Inden: "Würde es viel länger als eine Stunde bis zur Entscheidung dauern, wäre das eher ermüdend als spannend."

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Die Reihenfolge der Schützen wird ausgelost. So beginnt beispielsweise der Schütze mit der Schießnummer 365, dann kommen die darauf folgenden Schießnummern an die Reihe. "Es ist ein völlig offener Wettkampf ohne jede Bevorzugung", sagt Inden.

Natürlich schießt aber nicht jeder Schützenbruder ganz gezielt. Wer nicht König werden wolle, ziele in der Regel nicht so genau — natürlich auch, um den echten Interessenten nicht die Chance auf die Königswürde zu nehmen.

Als König hat man viele Rechte. So steht man beim Schützenfest im Mittelpunkt. Zur Inthronisierung am Samstag zeigt sich der König gemeinsam mit Oberbürgermeister Dirk Elbers auf dem Rathausbalkon. Der König wird bei allen Gesellschaften mit großen Ehren empfangen, genau wie bei anderen Vereinen und Bruderschaften, zu deren Festen er eingeladen wird. "Da sind wir aber auch schon bei den Pflichten, die der König hat", sagt Lothar Inden. Denn die Repräsentation des Vereins kostet Zeit, viel Zeit.

"Es stehen zahlreiche Veranstaltungen auf dem Programm, die der König besuchen muss. Unsere Majestät hat keine finanziellen Verpflichtungen für das Königsjahr, muss aber viel Engagement und Freude am Schützenwesen mitbringen."

(rps)