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Größte Kirmes am Rhein: 3000 Schützen bei der Parade

Größte Kirmes am Rhein : 3000 Schützen bei der Parade

Höhepunkt für die Mitglieder des St. Sebastianus Schützenvereins von 1316 war Sonntagnachmittag der Festzug durch die Altstadt, der seinen Abschluss auf der Reitallee im Hofgarten fand. Tausende Besucher bewunderten die Uniformierten am Straßenrand.

Die Herren kommen im dunklen Anzug, die Damen schick behütet, und sie nehmen auf der Ehrentribüne Platz. Das einfache Volk sieht es etwas lockerer und zieht kurze Hosen und Freizeitkleidung vor. Die Kleiderordnung für die Besucher der Historischen Parade ist eben unterschiedlich. Doch sie alle warten auf das farbenprächtige Spektakel, das mehr als zwei Stunden dauern soll.

Zehn Minuten nach vier — also mit der üblichen Verspätung — meldet Oberst Günther Pannenbecker seinem Schützen-Chef Lothar Inden, dass das Regiment vollzählig angetreten ist. Er macht das bereits zum 29. Mal. Aber dieser Auftritt wird mit Spannung erwartet, kommt er doch mit einem neuen Pferd angeritten. Wilko, ein hochgewachsener Friese, ist anfänglich nervös, macht aber eine gute Figur. Und so galoppiert Pannenbecker wenig später unter Applaus der Zuschauer zurück zu seinem Regiment.

Kapellmeister im Stechschritt

Dann kommen auch schon die ersten Musikkapellen, und wie immer hat Kapellmeister Werner Bendels den schönsten Stechschritt. Rund 3000 Schützen des St. Sebastianus Vereins in 30 Formationen, 750 Musiker und 160 Pferde ziehen an Regimentskönig Karl-Heinz Schlepphorst und seiner Ehefrau Ellen (im atemberaubenden hellblauen Kleid) vorbei.

Schon am Samstag waren die Schützen durch die Stadt marschiert. Doch zuerst erfolgte die feierliche Schützenfest-Eröffnung um 15 Uhr im Festzelt mit Fassanstich und Freibier. Dabei fand nicht nur Schützenchef Lothar Inden kritische Worte, sondern auch Oberbürgermeister Dirk Elbers. "Wir sind sehr stolz auf unsere Kirmes, auf der auch abends Kinder sein dürfen", sagte er unter Beifall und fügte hinzu, dass es Aufgabe der Eltern sei, zu entscheiden, wann sie mit ihren Kindern nach Hause gingen.

Am späten Nachmittag zogen die Schützen über die Oberkasseler Brücke durch die Altstadt. Dort sammelte sich der Festzug auf dem Rathausvorplatz, und die einzelnen Kompanien gaben ein prachtvolles Bild in ihren Uniformen ab.

Diesen Anblick genoss vor allem der Schützenkönig bei seiner Investitur vom Balkon des Rathauses aus. "Nee, wat war dat schön", sagte Karl-Heinz Schlepphorst. Für ihn und seine Frau Ellen zählte dieser Tag zu den Höhepunkten seiner Regentschaft. Traditionsgemäß endete die Veranstaltung im Rathaus feierlich mit dem Großen Zapfenstreich.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Schützen marschieren im Hofgarten auf

(RP)