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Düsseldorf: Kirchen gegen offene Sonntage

Düsseldorf : Kirchen gegen offene Sonntage

Ein Tag pro Woche frei von Zwängen der Arbeit sei für den Zusammenhalt der Menschen wichtig, heißt es in einer Stellungnahme. Ein Aktionstag mit Feiern für alle ist geplant. CDU-Fraktion gibt die Abstimmung frei.

Verkaufsoffene Sonntage lehnen die Kirchen in Düsseldorf grundsätzlich ab, sowohl stadtweit als auch in einzelnen Stadtteilen. Die mehr als 20 Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) machen sich deshalb in einer von der Stadt gewünschten Stellungnahme dafür stark, die beantragten Öffnungen an insgesamt 15 Sonntagen nicht zu genehmigen.

Nur einem verkaufsoffenen Sonntag am 15. Mai, zum Eurovision Song Contest "widersprechen die Kirchen nicht wegen der besonderen Situation für die Besucher der Landeshauptstadt", sagte Stadtdechant Rolf Steinhäuser, zurzeit Vorsitzender der ACK.

"Wir pochen nicht auf Sonderrechte der Kirchen, um einen guten Besuch der Gottesdienste zu erreichen, sondern wir argumentieren von den Menschen her, die einen Tag in der Woche brauchen, der frei ist vom Diktat der Arbeit", sagte Steinhäuser. Der Tag sei nötig, damit Menschen auftanken und zusammen mit der Familie oder Freunden etwas unternehmen könnten. Der Sonntag sei zudem ein Symbol der Freiheit gegenüber wirtschaftlichen Zwängen, stehe quer zum Denken der ökonomischen Nützlichkeit.

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"Mit dem Sonntag wird auch die Würde des Menschen betont. Er darf nicht nur unter dem Gesichtspunkt gesehen werden, was er leistet oder leisten kann, sondern er hat seinen eigenen Wert", erklärte Superintendentin Henrike Tetz. Und allein mit dem Vergnügen beim Shopping könne sich der Mensch nicht erholen.

Tische auf der Straße

Um den Stellenwert des gemeinsamen Feierns zu betonen, rufen die Kirchen zu einem Aktionstag am Sonntag, 3. Juli, auf. Unter dem Motto "Shoppst du noch oder feierst du schon" sollen Düsseldorfer 1000 Tische auf die Straße stellen, sich mit Nachbarn treffen und gemeinsam essen und feiern. "Mit dieser Aktion wollen wir zeigen, dass Leben mehr ist als Maloche und Alltagsbewältigung, dass auch feiern wichtig ist", sagte Thomas Schüppen von der Alt-Katholischen Kirche, der die Idee des Aktionstags mit entwickelt hat.

Mit dieser Aktion wollen die Kirchen im Gespräch bleiben, nachdem Beratungen mit Politikern zu dem Problem begonnen haben. "Nachdem wir bereits im November 2010 bei der SPD zu Gast waren, konnten wir jetzt der CDU-Fraktion unsere Sicht darlegen", erklärte Steinhäuser. CDU-Fraktionsvorsitzender Friedrich Conzen hielt das Gespräch für aufschlussreich.

"Wir werden bei der Abstimmung für offene Sonntage keinen Fraktionszwang haben, weil in diesem Punkt jeder nach seinem Gewissen handeln muss", sagte Conzen. Zudem wolle die Fraktion Gespräche mit den Werbegemeinschaften in den Stadtteilen führen, um zu prüfen, ob die Zahl der verkaufsoffenen Sonntage insgesamt in Düsseldorf verringert werden könne.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hochbetrieb am verkaufsoffenen Sonntag in Düsseldorf

(RP)