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Kirche in Düsseldorf: Katholiken protestieren für Reformen

Kirche in Düsseldorf : Katholiken protestieren für Reformen

Die Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki nach fünfmonatiger Auszeit in das Amt des Kölner Erzbischofs bewegt auch die Düsseldorfer Gruppe von Maria 2.0.

Angelika Erkelenz musste für ihre Rede bei der Kundgebung von „Maria 2.0“ nicht so viel Zeit investieren wie sonst. Erkelenz, die führende Vertreterin der Initiative zur Geschlechtergleichheit in der katholischen Kirche in Düsseldorf ist, konnte sich am erträumten Brief von Tim-Oliver Kurzbach orientieren.

Anlässlich der Rückkehr von Kardinal Rainer Maria Woelki nach fünfmonatiger Auszeit in das Amt des Kölner Erzbischofs hatte dieser einen „Fastenhirtenbrief“ verfasst. Der allerdings war für Kurzbach, der Vorsitzender des Diözesanrates im Erzbistum und Solinger Oberbürgermeister ist, bei weitem nicht aussagekräftig genug.

So konnte sich Erkelenz bei der Kundgebung vor dem Rathaus auch bei den Formulierungen Kurzbachs bedienen. In jedem Monat protestiert die Gruppe für ihre Anliegen. Der Vorsitzende des höchsten Laiengremiums im Erzbistum Köln hätte gerne andere Worte von Woelki gelesen.

Nämlich diese: „Fünf Monate hatte ich Zeit, mir Gedanken über mein Verhalten in den vergangenen eineinhalb Jahren zu machen – und ich bin über mich selber erschüttert. Ich habe meine Pflicht als Ihr Erzbischof nicht erfüllt, ich habe leichtfertig Fehlentscheidungen getroffen und ich habe außerdem ,Gutes unterlassen‘. Bevor ich dafür Sie alle, liebe Brüder und Schwester, um Verzeihung bitte, möchte ich aber meine Schuld ohne Wenn und Aber bekennen.“

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Maria 2.0 tritt für die Aufklärung und Aufarbeitung von Missbrauch in der katholischen Kirche ein. „Alle Akten müssen einer einzurichtenden unabhängigen staatlichen Aufklärungskommission zur Verfügung gestellt werden“, forderte Erkelenz. „Das kirchliche Arbeitsrecht muss dringend geändert werden. Die Regelungen müssen umgehend an staatliche Normen angepasst werden. Dienste und Ämter sind ohne Einschränkungen für alle Menschen zu öffnen.“

Maria 2.0 fordert die Bischöfe auf, ihre während des „Synodalen Weges“ gegeben Versprechen einzuhalten und unverzüglich konkrete Schritte zu vereinbaren und mit deren Umsetzung zu beginnen. Beim „synodalen weg“ versucht die Amtskirche mit Laien einen gemeinsamen Zukunftsweg für die katholische Kirche zu finden. „Viele der Vorhaben, auf die sich die Mitglieder des ‚synodalen Weges‘ geeinigt haben, sind sofort umsetzbar“, so Erkelenz. „Jetzt liegt es an den Bischöfen zu handeln, statt zu reden.“