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Wahlkampf: Kirche befragt die Kandidaten

Wahlkampf : Kirche befragt die Kandidaten

Vor der Wahl zum Oberbürgermeister haben die evangelische und die katholische Kirche Dirk Elbers und Karin Kortmann sieben Fragen gestellt. Die Antworten werden veröffentlicht und in Gotteshäusern ausgelegt. Christen sollen als Anwalt der Schwachen Flagge zeigen.

Ein paar Schlagworte, ein paar Slogans auf den Plakaten sind zu wenig aussagekräftig, um eine Entscheidung zwischen den Oberbürgermeister-Kandidaten zu treffen. Darin sind sich evangelische und katholische Kirche einig. "Wir wollten deshalb ausführlichere Informationen zur Verfügung stellen, damit die Düsseldorfer die Kandidaten besser einschätzen können", sagte Superintendent Ulrich Lilie bei der Vorstellung eines Fragebogens der Kirchen, den Dirk Elbers und Karin Kortmann beantwortet hatten.

Fragen und Antworten liegen jetzt gedruckt vor. 25 000 Exemplare werden bis Sonntag in allen Gotteshäusern und bei kirchlichen Organisationen ausgelegt. "Wir wollen die Christen ermutigen, ihre demokratischen Rechte wahrzunehmen und zur Wahl zu gehen", erklärte Michael Hänsch, Geschäftsführer des Stadtdekanates. Mit Blick auf die geringe Wahlbeteiligung von 46 Prozent bei der zurückliegenden Kommunalwahl sei das nötig, ergänzte Lilie. Immerhin seien etwa 350 000 Düsseldorfer kirchlich gebunden.

Die Kirchen haben sich bei ihrer Aktion beschränkt und eine biblische Zahl gewählt: Sieben Fragen stellten sie den Kandidaten und leiteten sie aus Bibelstellen ab. "Gedenke des Sabbats: Halte ihn heilig" steht zum Beispiel im Buch der Bücher geschrieben. Folgerichtig ist die Frage, was die Kandidaten gegen die Aushöhlung des Sonntags als Feiertag tun wollen.

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"Wir zeigen mit den Fragen natürlich auch Flagge, wollen unsere Standpunkte deutlich machen", erklärte Lilie. Die Kirchen seien Anwalt der Schwachen. Die Versorgung und Betreuung der Obdachlosen, der Armen und Kranken, die Integration von Ausländern, gute Arbeitsmöglichkeiten für Caritas und Diakonie seien ihnen wichtig. Dies wurde thematisiert, aber auch das Leben nach christlichen Werten. Darauf zielte die erste Frage an die Kandidaten, weil beide bekennende Katholiken sind. Elbers bezeichnet sich als aktives Mitglied, Kortmann war als Bundesvorsitzende des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) an herausragender Stelle tätig.

Eine Bewertung der Antworten gaben Lilie und Hänsch nicht. "Wir geben keine Wahlempfehlung, sondern nur eine Orientierungshilfe", erklärten beide übereinstimmend. Die Antworten könnten aber durchaus Unterschiede zwischen den beiden zeigen.

Der erste Eindruck beim Lesen: Die Positionen von Elbers und Kortmann unterscheiden sich inhaltlich wenig. Beide wollen sich um die Armen kümmern, halten den freien Sonntag für wichtig, sichern einen Rahmenvertrag für die Arbeit der Wohlfahrtsverbände zu, sehen die Kirchen als wichtige Stütze der Gesellschaft. Elbers bleibt allerdings in den Ausführungen allgemeiner, Kortmann geht mehr in die Einzelheiten. Ein Beispiel ist die Antwort auf die Frage, welche drei Dinge als erstes umgesetzt werden sollen. Elbers will sich Zeit für Gespräche nehmen, über Gruppenintressen hinweg arbeiten, Kortmann fordert eine Mahlzeit für alle Kinder nach der Schule, nachhaltige Energieversorgung in der Stadt und eine Offensive für mehr Arbeit.

(RP)