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Rheinbahn: Kinderwagen auf Rolltreppen weiter erlaubt

Rheinbahn : Kinderwagen auf Rolltreppen weiter erlaubt

Mütter mit Kinderwagen haben es schwer. Nicht überall gibt es Aufzüge, oft sind sie auf helfende Hände angewiesen. Die Europäische Union hat die Hürde jetzt noch ein Stück höher gelegt: Die neue Sicherheitsrichtlinie EN 115 verbietet seit Jahresbeginn das Benutzen von Rolltreppen mit dem Kinderwagen. Es komme immer wieder zu schweren Unfällen, so die EU.

Mütter mit Kinderwagen müssten deshalb künftig auf Aufzüge ausweichen. Das ist in Düsseldorf weniger ein Problem. Alle Kaufhäuser und Einkaufszentren haben Aufzüge, welche Eltern mit ihrem Nachwuchs benutzen können. Die Rheinbahn sieht ohnehin keinen Handlungsgedarf. "Das Verbot gilt nur für neue Rolltreppen. Auf allen bestehenden Rolltreppen dürfen weiter Kinderwagen transportiert werden", sagte Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher gestern.

Dies gelte für etwa 80 Rolltreppen in den U-Bahn-Schächten. Sollten neue gebaut werden, würden diese und dann auch die alten Anlagen mit Warn-Hinweisen auf das Verbot ausgestattet, sagt Schumacher. "Dann werden wir einheitlich warnen. Vorher nicht."

Auch im Kaufhof an der Kö sieht man die neue Richtlinie, die als DIN 115 umgesetzt wurde, gelassen. Sie gelte nur für Altanlagen, sagt Geschäftsführer Lothar Mildebrath. Bislang sei keine der 18 Rolltreppen mit Warnhinweisen versehen. Mildebrath erinnerte daran, dass Skater, Dreiräder oder Rollatoren dann auch nicht transportiert werden dürften. Trotzdem: Auch im Kaufhof an der Kö stehen Aufzüge für Eltern mit Kinderwagen selbstverständlich zur Verfügung.

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"Völlige Überregulierung"

Von Unfällen ist in Düsseldorf nichts bekannt, deshalb hält Rheinbahn-Sprecher Georg Schumacher das neue Verbot auch für "völlige Überregulierung". Die Rheinbahn versuche, über den Fachverband noch Einfluss auf die EU zu nehmen. Das Ziel: "Vielleicht ist diese Regelung noch zu verhindern." Dieses Verbot sei absolut kundenunfreundlich.

Beim Einzelhandelsverband NRW prüft man derzeit die neue Richtlinie. "Wir schauen, was für die betroffenen Einzelhändler wichtig ist", sagt Hauptgeschäftsführer Peter Achten. Beim Textilkonzern C & A ist man den EU-Richtlinien bereits seit langem voraus. "Wir haben seit Jahren an allen Rolltreppen unseres Hauses an der Schadowstraße wie auch den anderen bundesdeutschen Häusern Warnhinweise angebracht", sagt C & A-Sprecher Thorsten Rolfes. Benutzten die Eltern einen Aufzug , werde das Risiko für die Kinder so deutlich minimiert.

(RP)