Düsseldorf: Kinderrechte stehen auf dem Stundenplan

Düsseldorf: Kinderrechte stehen auf dem Stundenplan

"Kinder sollten ein Recht auf Freizeit haben, um spielen zu können", sagt Sarah aus der Klasse 4c der Gemeinschaftsgrundschule Sonnenstraße. "Und Kinder mit einer Behinderung sollten nicht ausgegrenzt werden", ergänzt ihre Klassenkameradin Trisha.

Damit konnten die beiden Viertklässlerinnen auf Anhieb zwei der zehn Kinderrechte aufsagen, welche die Vereinten Nationen 1990 in ihrer Kinderrechtskonvention festgelegt hatten. Auch die anderen acht Rechte kamen bei der Fragerunde in der Klasse von Lena Nary schnell zusammen. Denn Kinderrechte stehen bereits seit der ersten Klasse im Lehrplan der Grundschule. Ermöglicht hat dies eine Initiative, welche die Vodafone Stiftung unter anderem mit Unicef Deutschland und dem Schulministerium von Nordrhein-Westfalen bereits 2005 ins Leben gerufen hatte. "Das buddY-Programm fördert ein basisdemokratisches Denken in der Schule. Wenn man die Kinderrechtskonvention ernst nehmen möchte, dann muss man diese auch direkt in den Unterricht integrieren", sagt Projektleiter Roman R. Rüdiger. Dazu bietet die Trägerorganisation EducationY Weiterbildungen für Lehrer an, damit die neuen Lerninhalte auch sinngemäß umgesetzt werden können.

Nun konnte sich Landesschulministerin Yvonne Gebauer (FDP) schon einmal ein Bild davon machen, wie gut das bereits an der GGS Sonnenstraße als eine von hundert Schulen in NRW funktioniert - und verlängerte die Kooperation gleich um weitere fünf Jahre.

An der Oberbilker Grundschule wird die Bedeutung der Kinderrechte mit praktischen Methoden vermittelt. So schauten sich die Schüler während des Unterrichts Beispiele von Kindern aus anderen Ländern an und verglichen die Umsetzung. Das vierte Konventionsrecht für freie Meinungsäußerung und Partizipation wird an der GGS Sonnenstraße besonders stark betont. Dafür existiert ein Schülerparlament an der Schule, welches an vielen Entscheidungen beteiligt wird und sich aus je einem männlichen und einer weiblichen Delegierten jeder Klasse zusammensetzt. Demokratisch entscheiden die Schüler dann zusammen mit der Leitung, welche Spielsachen für den Schulhof angeschafft werden sollen. "Wie ehrlich die Schüler miteinander umgehen und wie redegewandt sie sich bereits ausdrücken können, ist großartig", sagte Ministerin Gebauer.

(RP)