Düsseldorf: Kinder vermissen Abenteuerspielplatz

Düsseldorf : Kinder vermissen Abenteuerspielplatz

Acht Wochen nach dem Orkan Ela ist das Spielgelände am Brüggener Weg noch nicht freigegeben. Teilöffnung in Sicht.

Die Geduld von Kindern und Eltern ist auf eine harte Probe gestellt: Denn acht Wochen nach dem verheerenden Orkan Ela ist der "Abenteuerspielplatz Oberkassel" (ASP) noch immer geschlossen. Mitglieder des Trägervereins bezweifeln, ob die Prioritäten nach dem Unwetter richtig gesetzt wurden, denn ausgerechnet während der Sommerferien hatten die Kinder keinen Zugang zu ihrem urwüchsigen Spielareal. Betroffen sind auch die Pfadfinder vom Stamm "Roter Löwe", die vorerst ihr Vereinshaus auf dem Gelände nicht nutzen können. Belebt wird der Platz einzig durch die Schafe und Ziegen, die nun den ganzen Tag auf dem Gelände herumstromern können - beaufsichtigt von den Betreuern.

Eine Weile wird das wohl noch so bleiben, wie sich bei einem Besuch auf dem ASP herausstellte: Überall liegen Reste von Kastanien, Kiefern, Kirsch-, Pflaumenbäumen und anderem dickstämmigen Gehölz. "Es muss geschreddert werden", sagt der ehemalige Leiter und Vereins-Geschäftsführer Lothar Wiehagen, "denn ein Abtransport ist wegen des unzugänglichen Geländes am Böschungsfuß von Lütticher- und Brüsseler Straße nicht möglich." Einem Hubsteiger sei es nur mühsam gelungen, über die Lärmschutzwand hinweg einen Baum zu fällen. Deshalb müsse nun ein Baumkletterer die abgestorbenen Äste aus den noch vorhandenen Bäumen entfernen. "Leider sind wir noch nicht im Aufräumstadium", bedauert Wiehagen, der 30 Jahre lang bis zur Rente den ASP betreute und 70 Prozent der Bäume selbst gepflanzt hatte. Zum Glück hat das Unwetter die Gebäude und sämtliche Spielgeräte verschont. Unbeschadet davongekommen sind auch die Tier-ställe samt ihrer Bewohner und das Bürogebäude mit Spielbereich.

In zwei bis drei Wochen soll nun ein Teil des Areals den Kindern wieder zur Verfügung gestellt werden. Wiehagen: "Wir werden den vorderen Teil im Anschluss an das Gebäude zum Spielen freigeben und mit einem Zaun vom hinteren trennen." Die Tazarn-Schaukel bleibe gesperrt, ebenso die Bauabteilung, der Rundweg aber passierbar, damit die Kinder mit ihren Kettcars den Hügel umfahren können. Darüber ist auch Christina Jacob vom Trägerverein froh. "Durch die lange Schließungsphase wird unser Haushalt belastet. Wir mussten alle Veranstaltungen von Vereinen und Schulen absagen." Denn der Verein bekomme eine Aufwandsentschädigung, wenn er den Platz an den Wochenenden zur Verfügung stelle. Auch bei der Budgetierung spielten die Besucherzahlen eine Rolle.

(RP)
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