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Keine Scheu vor dem Besuch beim Proktologen in Düsseldorf

Tabuzone Enddarm : Keine Angst vor dem Besuch beim Proktologen

Betroffene würden trotz Beschwerden oft zu lange warten, sagt die Düsseldorfer Ärztin Silke Ganzera. Dabei seien die Untersuchungen meist nicht schmerzhaft und diskret.

Es gibt Ärzte, bei denen man den Besuch gerne so lange wie irgendwie möglich aufschiebt. Aus Schamgefühl, über eine Region des Körpers zu sprechen, über die man eigentlich mit niemandem sprechen möchte, und vor allem auch aus Angst vor einer Untersuchung der schambehafteten Stelle.

Silke Ganzera vom Coloproktologischen Zentrum in den Schadow Arkaden weiß das nur allzu gut. „Manche Patienten warten mehrere Wochen, manche sogar Monate, bis sie kommen“, sagt die Viszeralchirurgin und Proktologin, die zu den wenigen Frauen bundesweit auf diesem Fachgebiet zählt. Über Erkrankungen des Enddarms zu sprechen – das sei für viele mit Scham behaftet.

Die meisten Patienten hätten meist schon einen gewissen Leidensweg hinter sich, wenn sie sich Hilfe suchen. Beim Besuch in der Praxis würden sie dann sagen, dass sie Hämorrhoiden hätten. „Die hat aber jeder“, sagt Ganzera und lächelt. Wenn allerdings eine Vergrößerung vorliege, müsse man sich Gedanken über die richtige Therapie machen. Klassische Beschwerden seien Juckreiz oder Blutungen, die die Betroffenen beim Abwischen am Toilettenpapier feststellen würden, was auf Fissuren, also Risse, deuten könne.

Die Erkrankungen, um die sich Ganzera und ihre Kollegen Christian Helmes und Ingo Alldinger kümmern, tragen Namen wie Afterriss, Analabszess oder -fistel, Inkontinenz, Mastdarmvorfall, Darmkrebs oder Feiwarzen. In der Praxis an der Schadowstraße 11b werden auch klassische Vorsorgeuntersuchungen vorgenommen. Ab 50 Jahren bzw. bei Frauen ab 55 Jahren (sie haben ein geringeres Darmkrebsrisiko) übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen die Kosten für die Darmspiegelungen.

Manchmal würden schon einige Verhaltenstipps helfen, etwa dass Schwangere oder Mütter nach der Geburt Beckenbodentraining gegen Blasenschwäche machen. Manchmal könne es schon helfen, auf hartes, recyceltes Toilettenpapier zu verzichten, auch Feuchttüchter seien nicht zu empfehlen, das gelte auch für die Säuglingspflege. Zudem sollte abgetupft statt abgewischt werden. „Der After ist einer unserer empfindlichsten Körperorgane“, sagt Ganzera. Entzündungen würden zudem nicht so schnell heilen wie etwa eine Verletzung am Finger, die man mit einem Pflaster verarzten könne.

Nicht immer sei mehr das Mehr an Hygiene und besonders sensitiven Hautpflegemitteln die richtige Wahl, warnt die Expertin. Die Bezeichnung sensitive sei nicht geschützt und die Mittelchen, zu denen man greife, daher nicht immer so zart und gut zu dem Körper, wie es man es sich eigentlich wünsche. Oft würde Wasser schon ausreichen. Auch Bidets seien zu empfehlen, sagt Ganzera.

Vor den Untersuchungen müsse man keine Angst haben: Es sei ihr und dem Rest des Teams wichtig, Ruhe zu verströmen und dafür zu sorgen, dass der Patient sich wohlfühlt: „Die meisten Untersuchungen kann man auch so durchführen, dass sie nicht schmerzvoll sind.“ Dabei sei dann nur eine medizinische Fachangestellte und die würde in einer Ecke stehen und auf den Computer schauen, um alles zu dokumentieren, beruhigt die Fachärztin. 

Kontakt Tel. 0211 393366