Umweltschutz in Düsseldorf Keine Priorität für Plan gegen Lichtverschmutzung

Düsseldorf · Zu viel Helligkeit in der Nacht kann für Menschen, vor allem aber für Tiere und Pflanzen belastend sein. Die Politik fordert daher schon länger Maßnahmen zur Reduzierung der Lichtimmission. Fürs Erste liegt das jedoch auf Eis.

Das Gasleuchten-Moratorium blockiert derzeit unter anderem die Überarbeitung des Lichtmasterplans.

Das Gasleuchten-Moratorium blockiert derzeit unter anderem die Überarbeitung des Lichtmasterplans.

Foto: Endermann, Andreas (end)

Bereits im Juni 2021 erhielt die Verwaltung den Auftrag, über „Maßnahmen zur Vermeidung von Lichtverschmutzung und dem Schutz der Nacht in Düsseldorf“ zu berichten. Seither ist in diesem Bereich allerdings nur wenig passiert. So wurde zunächst darauf verwiesen, dass ein solcher Bericht erst sinnvoll sei, wenn der Lichtmasterplan der Stadt überarbeitet ist. Dies sollte im zweiten Halbjahr 2022 der Fall sein. 2003 wurde erstmals ein solcher Plan erstellt, der die Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum auch bei Nacht steigern soll und komplexe Angaben zu möglichen Angaben zur Lichtgestaltung und Optimierung des Lichts angibt.

Dies sollte nun überarbeitet werden, um neue rechtliche Rahmenbedingungen und technische Neuerungen, aber auch politische Entscheidungen zu berücksichtigen.

Seit dem 1. März 2022 ist eine Änderung des Bundesnaturschutzgesetzes aktiv, in dem der Schutz der Insektenvielfalt und von „Tieren und Pflanzen vor nachteiligen Auswirkungen von Beleuchtung“ festgeschrieben ist. Stand Dezember liegen nach Angaben der Verwaltung noch keine genauen Grenzwerte der Lichtimmissionen, der technischen Anforderungen oder zu anderen Details vor. Außerdem hat der Rat ein Moratorium der Gasbeleuchtung beschlossen – seit September 2022 sind alle Maßnahmen zur Aufbereitung der zu erhaltenden Gaslaternen für sechs Monate ausgesetzt.

„Beide Punkte sind elementar für die weitere Entwicklung des Umganges mit Licht“, heißt es von der Verwaltung, sodass die Überarbeitung des Lichtmasterplanes zurückgestellt sei. Umweltdezernent Jochen Kral hielt im Umweltausschuss fest, dass sich die Prioritäten hier geändert hätten. Für die Politik bleibt es zumindest an den Wortmeldungen gemessen dennoch ein wichtiges Thema.

51.500 Leuchten zur Verkehrssicherung und zur gestaltenden Beleuchtung gibt es in Düsseldorf. Diese sollen sukzessive umgerüstet werden, dass nur so viel Licht wie nötig abgegeben wird und die Leuchten so optimiert sind, dass kein Licht nach oben abgegeben wird. Im privaten und gewerblichen Bereich könne man nur beschränkt auf gesetzlicher Ebene eingreifen.

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