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Serie: Eine Amerikanerin in Düsseldorf (2): Keine Jogger im Einkaufszentrum

Serie: Eine Amerikanerin in Düsseldorf (2) : Keine Jogger im Einkaufszentrum

Mein Name ist Kaya Zelazny ( hier mein Kurzporträt). Ich komme aus den USA und absolviere zur Zeit ein Praktikum bei RP Online. Vieles in Düsseldorf ist für mich anders, im Vergleich zu meiner Heimat. Darüber schreibe ich - dieses Mal zum Thema Shopping.

Mein Name ist Kaya Zelazny (hier mein Kurzporträt). Ich komme aus den USA und absolviere zur Zeit ein Praktikum bei RP Online. Vieles in Düsseldorf ist für mich anders, im Vergleich zu meiner Heimat. Darüber schreibe ich - dieses Mal zum Thema Shopping.

Ich blinzle, um meine Augen an die unverhoffte Sonne zu gewöhnen. Da bemerke ich erst die vielen Gerüche: Gebratener Fisch und gegrilltes Fleisch, süße Blumen, scharfer Käse und bitteres Leder erreichen meine Nase, bevor ich den Markt am Carlsplatz sehe. Ich bin gerade von der Kaffeepause gekommen, aber trotzdem grummelt mein Bauch ein bisschen. Gemütlich spaziere ich durch die Reihen. Jede Marktbude hat etwas anderes — dieses Gemüse, das Mittagessen, dahinter große Pfannen mit Essen — und alles an der frischen Luft. Es fühlt sich alles sehr idyllisch und sommerlich an, wie in einem Märchen.

Und vor allem, wenn man es mit den allgegenwärtigen Einkaufszentren in amerikanischen Vorstädten vergleicht. Keine Neonfarbe, es fehlt der Geschmack von frittierten Zimt-Zuckerbrezeln in der Luft, ich höre keine Popmusik, und ich kann gar keine Jogger wie im Einkaufszentrum zu Hause finden. Die Sonne auf dem Marktplatz ist wärmer als die gewöhnliche Leuchtstofflampenbeleuchtung in den Malls.

Auf der Kö spüre ich Eleganz und Zeit für Genuss statt eiliges Rennen, das bei Amerikanern so beliebt ist. Brunnen! Promenade! Ein goldgedecktes Dach an der Galerie? Es wundert mich, wie luxuriös alles aussieht.

Gliechzeitig hat die Stadt aber auch viel Bodenständiges zu beiten. Etwa eine leckere Bratwurst, die ich genussvoll verspeise. Die Wurst ist neben Bier das Symbol für Deutschland im Ausland. Und sie schmeckt sehr, aber ich hab noch keine Technik gefunden, mit der man sie essen kann, ohne sich schmutzig zu machen. Ich lache, als ich Ketchup an meiner weißen Jacke finde. Man kleckert eben immer. Da kann man sich noch so viel Mühe geben.

Shoppen in Düsseldorf macht mir viel Spaß, weil es auch immer ein halber Spaziergang ist. Immer mit einem Eis, oder einer Pause — gar keine Eile. Nur eine Sache verblüfft mich: Sind alle deutschen Frauen Riesen, oder bin ich ein Dreikäsehoch? All die Hosen sind fast einen "Fuß" länger als meine Beine. Aber vielleicht ist das nur, weil mir all die Größen völlig fremd sind.

Aber im Hofgarten fühle ich mich wieder wie eine Märchenprinzessin. Ist der Frosch da mein Prinz? Lachen die Ente über diese schlohweißen Schwäne? Wahrscheinlich. Das Rheinland ist einfach märchenhaft.