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Fortuna: Keine Angst vor Dresdnern

Fortuna : Keine Angst vor Dresdnern

Der Tabellenerste freut sich auf eine sportlich attraktive Begegnung in der Zweiten Bundesliga, die Polizei bereitet sich für Freitagabend auf ein Risikospiel vor. Beide sind sicher: Krawalle wie beim Pokalspiel der SG Dynamo Dresden in Dortmund wird es in Düsseldorf nicht geben.

Hans-Joachim Kensbock-Rieso ist guter Dinge. Kein Fortuna-Fan solle am Freitag zuhause bleiben, alle den Verein bei der Verteidigung der Tabellenspitze unterstützen. "Die Zweitliga-Begegnung mit Dresden ist mit dem Pokalspiel gegen Dortmund nicht vergleichbar", sagt Kensbock-Rieso, der den Polizeieinsatz rund ums Freitagsspiel leitet.

Die am Mittwoch erhobene Forderung des DFB-Kontrollausschusses, Dynamo vom Pokal-Wettbewerb auszuschließen, könnte das polizeiliche Risikospiel-Konzept noch ändern. Kensbock-Rieso will heute erneut mit dem Dresdner Fanprojekt reden. "Wenn jetzt die Stimmung kippt, müssen wir uns darauf einstellen."

In Dortmund hatten sich 400 Gewalttäter aus dem Dynamo-Anhang eine Schlacht mit der Polizei geliefert und im Stadion einen Schaden in sechsstelliger Höhe angerichtet. Zwar rechnet Kensbock-Rieso auch in Düsseldorf mit "einigen Problemfans". Aber so viele wie in Dortmund würden zu der "ganz normalen Zweitliga-Partie" kaum mitreisen. Beim Pokalspiel waren insgesamt 13 000 Dresden-Fans, in Düsseldorf werden maximal 2000 erwartet, und die große Mehrheit, schätzt Kensbock-Rieso, sind friedliche Fußball-Fans.

"Normales Risikospiel"

So sieht es auch Jörg Emgenbroich, Fan-Beauftragter der Fortuna. "Wir freuen uns auf ein Spitzenspiel. Auch die vergangenen Begegnungen mit Dresden in der Dritten Liga waren friedlich, wir erwarten jetzt nichts anderes." Der DFB hat die Partie als Risikospiel eingestuft. Entsprechend haben sich Polizei und Fortuna vorbereitet. "Das hat aber nichts mit Dresden zu tun, ist das gleiche Prozedere wie bei anderen Risikospielen, etwa gegen Duisburg", sagt Emgenbroich, der aus dem eigenen Fan-Block keine Provokation fürchtet: "Im Gegenteil. Für uns stehen am Freitag Respekt und Unterstützung für Adriano Grimaldi im Vordergrund." Grimaldis Schwester und die Lebensgefährtin seines Bruders waren am Wochenende bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen.

Für ihr nächstes Auswärtsspiel in Hamburg hatte Dynamo Dresden nach der Dortmunder Randale-Nacht sein Karten-Kontingent an St. Pauli zurückgegeben, sich vorbehalten, die eigenen Fans auch nicht zur darauf folgenden Partie nach Rostock mitzunehmen. Der Verkauf der Düsseldorf-Tickets war da bereits nicht mehr zu stoppen.

Bisher sind in Dresden rund 800 Karten verkauft. Viele Dynamo-Fans reisen zur Partie aber auch aus NRW an, sagt Kensbock-Rieso, der seit Tagen mit dem Dresdner Fanprojekt in Verbindung steht und gestern mit Fortuna das Sicherheitskonzept besprochen hat. Er schätzt, dass die Sachsen vor allem mit Pkw und Kleinbussen anreisen. Sie werden direkt auf den Parkplatz P 2 geleitet, der den Gästefans vorbehalten ist. "Von da kommen alle zu Fuß direkt zum Gäste-Eingang." An Düsseldorfer appelliert Kensbock-Rieso, unbedingt auf P1 zu parken. "Die Parkplatz-Regelung ist ein wichtiger Bestandteil unserer Fan-Trennung, sollte beachtet werden." Und wer vom P 1 zum Stadion geht, "hat mit Sicherheit keinen Kontakt zu Dynamo-Anhängern. Dafür sorgen wir." Im Einsatz sind Polizisten zu Fuß, zu Pferd und als Hundeführer.

Vereinzelt werden Dynamo-Fans aus der Region wohl mit der Bahn kommen. Für Gruppen steht ein Bus bereit, der, begleitet von Polizisten, zum Stadion fährt. Wer mit der Straßenbahn zur Arena will, dem rät Kensbock-Rieso, sich nicht als Dynamo-Anhänger zu outen.

(RP/jco)