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Düsseldorf: Keime: Ermittlungen gegen Uni-Klinik eingestellt

Düsseldorf : Keime: Ermittlungen gegen Uni-Klinik eingestellt

Die Staatsanwaltschaft Düsseldorf hat die Ermittlungen im Fall der beiden gestorbenen Patienten in der Uniklinik eingestellt. "Wir sehen nach Durchsicht der Patientenakten keinen Anhaltspunkt, dass eine Straftat vorliegt", sagte Staatsanwalt Christoph Kumpa unserer Zeitung.

Wie die Leitung der Klinik geht die Staatsanwaltschaft nach ihren Vorermittlungen davon aus, dass die Patienten an ihren schweren Grundleiden gestorben sind.

Hintergrund ist eine Infektion von sieben Patienten in der Uniklinik mit resistenten Keimen. Die Düsseldorfer Uniklinik hatte am Dienstag gemeldet, dass es dort im Jahr 2013 "zweimal zu kurzfristigen Häufungen von VRE-Infektionen gekommen" sei. VRE steht für "Vancomycin-resistente Enterokokken", normale Darmbakterien, die jeder Mensch in sich trägt, die aber gegen das Antibiotikum Vancomycin unempfindlich geworden sind. Patienten mit reduziertem Immunsystem können sie gefährlich werden.

Im Rahmen der Aufarbeitung der Fälle hat sich die Klinik auch die Personalausstattung des Bereichs Pflege auf den infrage kommenden Stationen angesehen: Es soll dort keine Unterbesetzungen beim Personal gegeben haben.

Tatsächlich ist die Identifizierung von VRE- oder anderen multiresistenten Keimen, die immer mal vorkommen, bei Patienten in einem Krankenhaus kein Beleg für etwaige Hygienemängel. Im Gegenteil könne die Identifizierung solcher Keime ein Hinweis darauf sein, dass dort hingeschaut und gewissenhaft gearbeitet werde. Dennoch zeigten sich Patienten der Uniklinik gestern verunsichert.

(RP)