Kay Lorentz vom Kommödchen über die Altstadt Düsseldorf

Kenner über die Altstadt: Kay Lorentz: Mehr Polizeipräsenz wäre gut

Seit 1947 ist das Kom(m)ödchen Teil einer lebendigen Altstadtszene. Sogar der Platz vor dem Theater ist recht bald nach dem Ableben meiner Eltern nach ihnen benannt worden. Die Verhältnisse vor unserer Theatertür haben sich jedoch im Laufe der Jahrzehnte extrem verschlechtert. Über mehrere Jahre wurde der Platz als Abstellfläche für Baumaterial, Straßenbaumaschinen und Fahrzeuge der fleißigen Bauarbeiter genutzt. Zu der Zeit ein echter Schandfleck.

Über den Kay-und-Lore-Lorentz-Platz gelangen fast jeden Abend bis zu 200 Menschen ins Theater, tagsüber verkaufen wir der verehrten Kundschaft Eintrittskarten. Die Kom(m)ödchenkasse befindet sich, nur durch zwei Glasscheiben vom Platz getrennt, in einem fast transparenten Verkaufsbüro. Die Kunsthalle bietet eine Reihe von sichtgeschützten und auch regengeschützten Ecken. Das bedeutet, dass sich Wohnungslose, Wheeler & Dealer unmittelbar vor unserem Fenster besonders gerne aufhalten. Dabei werden - trotz Pissoir - Geschäfte aller Art verrichtet: kleine und sogar große, legale und illegale. Meinen Kassenleuten ist nichts fremd. Sie wissen, welche Drogen gehandelt werden, wie alle Hunde heißen und wer gerade mit wem im Clinch liegt.

Mindestens einmal im Jahr wird die große Glasscheibe unseres Ticketbüros durch Vandalismus zerstört, und das Theater war auch schon mehrfach Ziel von nächtlichen Diebeszügen. Zudem verlassen über den Kay-und-Lore-Lorentz-Platz Amüsiersüchtige allabendlich die Altstadt. Viele schaffen es nicht bis zum Hofgarten und entladen sich stattdessen hemmungslos an und neben unserer Eingangstür.

Ich bin kein Befürworter von Überwachung, aber ich muss zugeben, dass die Installation von Kameras an der Kreuzung Bolker- und Hunsrückenstraße dort zu einem Rückgang zwielichtiger Machenschaften geführt hat. Die Szene hat sich größtenteils verzogen. Sie lungert heute auf dem Kay-und-Lore-Lorentz-Platz herum. Ich würde mich freuen, wenn wieder mehr Polizistenpärchen durch die Altstadt schlendern und notfalls beherzt durchgreifen würden. Eventuell könnte so einiges verhindert werden.

(RP)