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Düsseldorf: Karnevalisten drohen Lübecker Narren

Düsseldorf : Karnevalisten drohen Lübecker Narren

Der Düsseldorfer Prinzenclub will nicht, dass im Norden eine Karnevalsparty genau wie seine heißt: Böser-Buben-Ball. Die Ex-Prinzen haben sich den Namen als Marke eintragen lassen und mahnen jeden anderen Veranstalter ab.

Karnevalssamstag, Rheinterrasse: Der Böse-Buben-Ball hat Tradition. Dort wird in phantasievollen Kostümen bis in den frühen Morgen gefeiert. Veranstalter ist der Düsseldorfer Prinzenclub, der Zusammenschluss aller Ex-Karnevalsprinzen. Wie lange es diesen Ball schon gibt - das weiß keiner so recht. "Er ist auf jeden Fall legendär", so Prinzenclub-Chef Jobsie Driessen. Und das soll er auch bleiben. Und vor allem bundesweit einmalig.

Nach Vorstellung des Prinzenclubs, der mit diesem Ball durch den Eintritt der mehr als 3000 Besucher jedes Jahr seine Kasse kräftig aufpoliert, darf in keiner anderen Stadt ein Ball mit gleichem Namen stattfinden. Darum hat sich der Prinzenclub den Namen als sogenannte Trademark eintragen lassen, und darum werden nach und nach einige Städte und Veranstalter angeschrieben. Mit der Bitte, nicht mehr zu einem Böse-Buben-Ball einzuladen. Nun hat es Lübeck getroffen.

Der dortige Ballsportverein (LBV) lädt seit mehr als 80 Jahren immer zur Karnevalszeit zum Bösen-Buben-Ball ein. "Und dabei sind wir hier oben doch Karnevals-Diaspora", so Vereinsvorsitzender Steffen Kohl. Gleichwohl sei dieser Ball immer ein echtes Highlight, bei dem die Norddeutschen richtig Spaß hätten. Er versteht die Düsseldorfer nicht. "Falls es zu einem juristischen Streit kommt, sind wir ziemlich guter Hoffnung, dass wir gewinnen werden", so Kohl, der in Lübeck auch als Anwalt arbeitet. "Wir können ganz schnell klar machen, wer wir sind und welche Bedeutung dieser Ball hier hat."

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Egal. Die Düsseldorfer Ex-Prinzen wollen, dass, wenn jemand im Internet nach "Böse-Buben-Ball" sucht, er als erstes auf den Düsseldorfer Ball trifft. "Darum schreiben wir jetzt alle Städte an", erklärt Rüdiger Dohmann, Vize-Präsident des Clubs. Anwaltlich vertreten wird der Prinzenclub von Patentanwalt Alvaro Remus. "Grevenbroich zum Beispiel hat auf unser Schreiben reagiert und eingelenkt: Dort heißt der Ball nicht mehr Böse-Buben-Ball."

In der Auseinandersetzung mit Lübeck sei man in einem Stadium, in dem Standpunkte ausgetauscht werden. "Wir haben noch keine Abmahnung geschickt, auch noch keine Klageschrift." Aber: Ziel sei es, dass auch dort im nächsten Jahr nicht mehr zum Böse-Buben-Ball geladen werde. "Wir wollen aber nicht wild drauf los schlagen. Schließlich handelt es sich ja immer noch um Karneval." Rolf Niehuesbernd, der den Ball für den LBV ausrichtet, hat eine Vermutung: "Wahrscheinlich hat mal ein Düsseldorfer hier Urlaub gemacht und von dem Ball bei uns etwas mitbekommen und einfach abgekupfert."

(RP)