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Hinter den Kulissen: Wie aus Tom Bauer der Hoppeditz wird

Hinter den Kulissen : Wie aus Tom Bauer der Hoppeditz wird

Pünktlich um 11.11 Uhr erwacht der Düsseldorfer Hoppeditz Tom Bauer. Die Verwandlung in die Hauptfigur des Sessionsauftaktes beginnt jedoch schon viel früher. Im Haus des Karnevals schminkt Visagistin Isburga Geis das typische, aber doch individuelle Narrengesicht.

Exakt 40 Minuten dauert es, bis sich Tom Bauer vollständig in den Düsseldorfer Hoppeditz verwandelt hat, bis Theaterschminke und rot-weißes Kostüm perfekt sitzen. Der 38-Jährige muss ganz ruhig sitzenbleiben und darf die Stirn nicht kräuseln, während Maskenbildnerin Isburga Geis mit Schwämmchen und Pinseln die Grundierung aufträgt.

"Tom ist schön braun und glatt rasiert. Aber mit einer Grundierung kommen die Farben besser raus”, erklärt die 66-Jährige, die seit sechs Jahren Hoppeditze und seit vielen Jahrezehnten Karnevalisten passend zum Kostüm schminkt.

Für Tom Bauer hat sich Isburga Geis vor drei Jahren ein Hoppeditz-Gesicht überlegt, "Fantasie mit Schneegestöber”, sagt sie. Auf dem großen Tisch im Haus des Karnevals steht eine Fotografie von Bauer in seinem ersten Jahr als Hoppeditz: große Augen, riesiger Mund, rote Nase und viel Glitzer. Während sie den Düsseldorfer für seinen Auftritt schminkt, schaut Geis immer mal wieder auf das Bild und orientiert sich an den Formen. "Das Schwierigste ist die Gleichmäßigkeit des Gesichts”, sagt sie.

Tom Bauer ist Mittwochmorgen um halb sieben aufgestanden und mit dem Taxi zum Schminktermin im Haus des Karnevals gefahren. Jetzt trägt er Skiunterwäsche, Thermohemd und einen weißen Umhang. "Ich muss mich gut warmhalten”, sagt der Düsseldorfer Hoppeditz. In seinem Kragen steckt eine Serviette, damit die Farben nicht verschmieren. Geis benutzt Theaterschminke, die sie mit Fixierpuder bestäubt. "Das hält Umarmungen und Bützchen stand, nicht wahr Schatz?”, sagt sie und lacht.

Bauer hält seine Augen geschlossen, während seine Visagistin die Konturen über den Augenbrauen malt. Alles wird vorgezeichnet, mit einem Stift, der sich leicht abwischen lässt, falls der Bogen nicht stimmt. Doch Geis nickt zufrieden und malt die Fläche rund um die Augen weiß aus, dann kommen die langen Wimpern, der Lidstrich, zwei rote Tupfen und zum Schluss viel silberner Glitzer ins Gesicht.


Nicht alle Düsseldorfer Hoppeditze haben sich in der Vergangenheit schminken lassen, erzählt Geis. Bauer aber genießt die Schminkstunde. "Wenn alles gut geplant ist, gibt es keinen Grund, aufgeregt zu sein”, sagt er. "Wir nehmen uns viel Zeit und lassen uns nicht hetzen.” Geis benutzt eine weiche Bürste aus Ziegenhaar, mit der sie den überschüssigen Puder wegfegt.


Zwischendurch muss Bauer den Ablauf besprechen: mit dem Techniker klärt er die Zeit für die Verkabelung, mit Wagenbauleiter Wolfgang Becker den Ablauf. Seine Kleidung hat Bauer von zu Hause mitgebracht. Nachdem der rote Tupfen auf der Nase fixiert ist, schlüpft er in die rot-weiße Hose, stülpt das Hemd über, schnürt sich die Schuhe mit einem Doppelknoten und setzt die Narrenkappe auf.
Dreimal hat Isburga Geis Tom Bauer am 11. November bereits in den Düsseldorfer Erzschelm verwandelt.

"Ich bleibe Hoppeditz so lange die Menschen Freude an mir haben”, sagt der 38-Jährige ­ und geht dann mit Zugleiter Hermann Schmitz ins Uerige. Auch das hat Tradition.

Hier geht es zur Bilderstrecke: Hoppeditz-Erwachen 2009: Jecker Start in die Session

(RP)