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TV-Kritik zum Rosenmontagszug in Düsseldorf 2019 - Sie waren die Moderatoren des WDR

Karneval in Düsseldorf 2019 : So war die Übertragung des Zochs im Fernsehen

Ex-Venetia Janine Kemmer und TV-Journalist Sven Lorig waren ein gutes Kommentatoren-Team, findet unser Autor. Da trafen routiniertes TV-Journalisten-Know-How und gründlich erlebte Karnevalskompetenz aufeinander. Eine TV-Kritik.

Ein gutes Team, kein Zweifel: Wer auch immer auf die Idee gekommen ist, den Düsseldorfer Rosenmontagszug von Ex-Venetia Janine Kemmer und TV-Journalist Sven Lorig (47, u.a. Morgen-Magazin) bei der Übertragung im WDR moderieren zu lassen – er/sie hat einen guten Griff getan.

Denn die zwei ergänzten sich perfekt: Auf der einen Seite der nie um einen frechen Spruch verlegene Lorig, dem bisweilen eine spitze Bemerkung gefällt und der es liebt, hier und da zu sticheln. An seiner Seite die Venetia der Session 2010 (Motto damals: „Jeck we can“). Da kam zusammen, was für solche Sendungen zusammengehört – routiniertes TV-Journalisten-Know-How und gründlich erlebte Karnevalskompetenz.

Janine Kemmer ist jeck mit Fleisch und Blut, genetisch geprägt sozusagen. Kein Wunder: Ihre Mutter habe sich damals während der Schwangerschaft selbst noch im neunten Monat nicht vom Karneval abhalten lassen, erzählt sie, und mit zwei Jahren habe sie bereits erstmals auf der Bühne gestanden.

So etwas prägt fürs Leben und das merkt man: Dass sie die Infos zu den einzelnen Gruppen, Gesellschaften und Personen im Zoch nicht etwa nur von einem Notizzettel abliest, sondern im Kopf hat, ist eindeutig hörbar. Ihr fällt das leicht, sie kennt sie (fast) alle, Hintergründe, Entstehung, die Probleme oder auch die Besonderheiten der meisten Teilnehmer. Außerdem macht ihr der Job Spaß!

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Jedenfalls gibt es bei den beiden während der stundenlangen Live-Übertragung (lief auf ARD one) keine sprachlosen Momente, einem von beiden fällt immer was ein, Fehler werden flott weggewitzelt, geschickt schaltet man hin und her zu den Außenreportern auf der Kö oder vor dem Rathaus – da klappt die Regie und das Spontane des Moderatorenpaares wird nicht behindert.

Lorig ist zudem selbstbewusst genug, erst gar nicht so zu tun, als wüsste er alles vom Düsseldorfer Karneval und hat deshalb kein Problem damit nachzufragen. Seine Kollegin hilft gern aus, erzählt ihm Dönekes („Weißt Du, was ein Mödköttel ist?“) und bleibt ihm – da er das nicht weiß – auch diese Antwort nicht schuldig, klärt den staunenden Lorig über Details auf, ohne dabei belehrend zu wirken.

Der Düsseldorfer Rosenmontagszug vom RP-Wagen aus

Also, alles richtig gemacht!

Übrigens: Mödköttel nennt das Düsseldorfer Platt einen, der abgeschlafft in der Ecke hockt und nichts mehr auf die Reihe kriegt. Dank Janine weiß jetzt auch der Sven, dass man sehr schlanke Jungs hier Luftkotelette nennt.