Tuntenlauf in Düsseldorf: Schrille Kostüme in der Nachtresidenz

Karneval in Düsseldorf : Tunten begeistern mit schrillen Kostümen

Beim Tuntenlauf in der Düsseldorfer Nachtresidenz ließen sich die Kandidaten wieder viel einfallen, um die Jury zu begeistern. Von Leopardenganzkörperanzügen bis zu schillernden Paillettenschleppen: Es gab nichts, das es nicht gab.

Es waren schwindelerregend hohe Absätze, auf denen die Kandidaten des diesjährigen Tuntenlaufs die Bühne eroberten. Traditionell zum Karnavalssamstag hatte die KG Regenbogen zum schrägsten Spektakel des Düsseldorfer Karnevals eingeladen — und die ganze Stadt war gefolgt. So schien es zumindest, denn der Saal der Nachtresidenz war nicht nur ausverkauft, sondern bis auf den letzten Stehplatz gefüllt. Die feierwütigen Narren tanzten schon vor der Begrüßung durch die Jury Andreas Mauska, Vereinspräsident der KG Regenbogen, und Marie-Agnes Strack-Zimmermann. Die Fraktionsvorsitzende der FDP Düsseldorf hatte zur Feier des Abends die gewohnte Haarpracht in eine bunte Mähne verwandelt und gab die Entertainerin. Auch mit dabei und extra aus Berlin eingeflogen: Travestiekünstlerin Gräfin von Lilienthal, die im orangenen Paillettenfummel die Teilnehmer über die Bühne scheuchte.

Dabei war kein Kandidat wie der andere: Von der bierbäuchigen Rosi im Kleid einer Matrone bis hin zur langbeinigen Wildkatze Lola Lash, die dem Catwalk mit ihrer Performance übrigens alle Ehre machte, waren alle Typen vertreten. Bewertet wurden Performance, Kreativität und die Höhe des Absatzes. Für dessen Messung zeigte sich die quirlige Ursula, Frontfrau der Karnevalsband "Kokolores", verantwortlich. Bewaffnet mit einem Lineal schenkte sie den oftmals protestierenden Tunten keinen Zentimeter. Überhaupt fasste die Jury die Kandidaten nicht unbedingt mit Samthandschuhen an. So mokierte sich die Gräfin des Öfteren über die Laufkünste der Tunten: "Na, da muss man ja aufpassen, dass du mir nicht ins Publikum fällst", musste sich beispielsweise Lady Rocher anhören, die zu ihrem spektakulären goldenen Jumpsuit mörderische Absätze trug. Demzufolge reichte es bei ihr auch nicht für den Sieg. Lola Lash war es, die mit 116 Dezibel den lautesten Applaus und den ersten Platz einheimsen konnte.

Für einen Lacher sorgte Prinz Christian III., der sich beim obligatorischen Besuch kurzerhand neu besohlen ließ, natürlich mit hohen Hacken. Ein wenig Eigenwerbung war wohl auch dabei, als er verkündete: "Euer Prinzenpaar ist für jeden Spaß zu haben." Zwar lief der Prinz auf den Lackschuhen wie ein Storch im Salat, Applaus bekam er trotzdem. Oberbürgermeister Thomas Geisel wollte nicht ganz so hoch hinaus. Zwar sprang er übermütig nebst Gattin über das Parkett, seine eigenen Schuhe ließ er aber an.

Auch beim Rahmenprogramm hatte sich die KG Regenbogen nicht lumpen lassen. Den Einstieg machte die rüstige Rentnergruppe der "Pink Ladies", die auf der Bühne beim Tanzen die künstlichen Hüften schwangen. Etwas gelenkiger, fast sogar artistisch, trat der Tanzcorps der Fidelen Sandhasen auf. Grandios war der Auftritt der "Werstener Music Company".

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