So war die Fernsehsitzung in der ARD aus Düsseldorf 2019

TV-Sitzung : 120 Minuten Düsseldorf zur besten Sendezeit

Knapp vier Millionen Zuschauer verfolgten die Ausstrahlung der Düsseldorfer Fernsehsitzung in der ARD. Fünf Erkenntnisse, wie sich die Landeshauptstadt dem Rest von Deutschland präsentiert hat.

Auf vier Millionen Zuschauer hatte das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) gehofft, am Ende verfolgten 3,98 Millionen Menschen zur besten Sendezeit am Mittwochabend die Düsseldorfer Fernsehsitzung in der ARD. Das waren über 300.000 mehr als im vergangenen Jahr. „Noch wichtiger ist aber der Marktanteil. Mit 13,4 Prozent ist das die beste Quote der vergangenen fünf Jahre“, sagt Stefan Kleinehr vom CC. Zum zwölften Mal führte er in diesem Jahr als Sitzungspräsident durch den Abend. Er ist zufrieden mit der Bilanz. Aber wie präsentierte sich Düsseldorf Fernsehdeutschland? Fünf Erkenntnisse zur Sitzung:

1. Zwei sind besser als viereinhalb Stunden Die 900 Gäste, die im Januar zur Aufzeichnung der Sitzung in die Stadthalle gekommen waren, verfolgten über viereinhalb Stunden das Geschehen auf der Bühne. Für die Fernsehzuschauer wurde das Programm gerafft, wurden die Auftritte der insgesamt 15 Künstler und Tollitäten auf zwei Stunden zusammengeschnitten. Anders als in den Vorjahren wurde in diesem Jahr kein Auftritt vollständig rausgeschnitten. Auch die Abfolge ist kaum verändert worden, lediglich der Auftritt der Tanzgarde der Katholischen Jugend wurde zu einem späteren Zeitpunkt gezeigt als während der Aufzeichnung. Es stellt sich heraus: Gekürzt ist das Gesamtwerk Fernsehsitzung mit den Auftritten von immerhin sechs Rednern sehr viel kurzweiliger als im Original.

2. Düsseldorf zeigt sich weltoffen und politisch Herzlich und tolerant – dass das nicht nur Eigenschaften sind, die man den Rheinländern eben so nachsagt, wurde bei der Sitzung mehrfach deutlich. Da wären Alt Schuss mit ihrem Lied „Herz gegen Hass“ zu nennen, bei dem das Publikum kräftig mitfeierte. Oder das Prinzenpaar, das in seiner Rede betonte, wie stolz es sei, eine so weltoffene Stadt wie Düsseldorf zu repräsentieren. Und auch kaum ein Redner unterließ es, politisch zu werden und zwischendurch auch einmal ernste Worte zu finden. In Perfektion beherrschte das der Büttenredner und Diakon Willibert Pauels. Schon bei der Aufzeichnung der Sitzung legte er den stärksten Auftritt hin. Er betonte mehrfach, wie wichtig Karneval und Humor sind: „Derjenige, der das Lachen verfolgt, weist sich dadurch aus als totalitärer Diktator.“ Applaus.

3. Das Prinzenpaar war eine gute Wahl Zu Beginn einer Session weiß man ja nie so genau, wie gut das Prinzenpaar ankommt. Es darf nicht zu cool sein, das wirkt dann schnell arrogant. Es darf aber auch nicht zu still sein, dann wirkt es zu schüchtern. Prinz Martin I. und Venetia Sabine schaffen die perfekte Gratwanderung dazwischen: Bei ihrem Auftritt während der Sitzung konnte man zwei Gefühle in ihren Gesichtern ablesen: Glück und Aufregung zugleich. Das machte sie nahbar und sympathisch.

4. Manche Witze braucht kein Mensch Komiker Markus Krebs ist für die Fernsehsitzung gesetzt. Und er hat auch stets im Publikum die Lacher auf seiner Seite – entsprechend viel Sendezeit räumte man ihm während der Sitzung ein. Allerdings: Einen kleinen Teil der in einem Monolog aneinandergereihten Witze braucht kein Mensch. Kostprobe: „Ich heiße Britt. Wie der Klebestift, nur mit P. – Also Phu?“

5. Die Sitzung muss fürs junge Publikum attraktiv werden 13,4 Prozent Marktanteil beim Gesamtpublikum – ein guter Wert. Bei den 14- bis 49-Jährigen erreichte die TV-Sitzung aber nur 3,6 Prozent der Zuschauer. Klar, sie lief parallel zum Finale der RTL-Kuppelshow „Der Bachelor“, trotzdem scheint der Sitzungskarneval für dieses Publikum nicht spannend genug zu sein. Vielleicht finden sich im nächsten Jahr Ideen, auch diese Gruppe für den Düsseldorfer Karneval zu begeistern. Laura Ihme

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