Prinzenball: So schick kann jeck sein

Prinzenball: So schick kann jeck sein

Beim Prinzenball tragen die Damen die modische Verantwortung: Lange Roben und gewagte Dekolletés sind zu besichtigen.

Nichts gegen die Herren der Schöpfung, aber die sie betreffenden Textilvorschriften des Abends (Smoking, Frack, Uniform) lassen nur auf Langeweile schließen. Meist ist der männliche Besucher des Prinzenballs schwarz gewandet und trägt ein weißes Hemd, dazu Lackschuhe. Das war's. Würde nicht das Licht so bunt und die Stimmung so ausgelassen sein, könnte man denken: aha, lauter dunkle Pinguine, Beerdigungsfachtagung.

Dem ist aber keinesfalls so, und dafür trägt die Damenwelt die modische Verantwortung. Beim Prinzenball, dem Highlight der Ballsaison, dominieren am Samstag im Rheingoldsaal des Hilton-Hotels die langen Roben und Kleider, sind Stoffe aller Art zu bewundern, wird gerne auch das gewagte Dekolleté riskiert. "Hier kann man das ja mal tragen", sagt etwa Nicola Massi, die aus Köln stammt und glucksend verrät, dass ihr Schwager Präsident der Kölner Prinzengarde ist.

"Wenn der erfährt, dass ich in Düsseldorf feiere." Überhaupt sei sie gerne in der Landeshauptstadt, liebe es, hier shoppen und gut essen zu gehen. Die Auswahl sei einfach besser, und die Leute besser angezogen. Upps - und kein Einzelfall. Bianca Warnecke ist mit ihrem Mann aus Rösrath angereist, bei ihnen gipfelt die Kanonade im Bekenntnis: "Wir finden Düsseldorf viel besser. Köln mögen wir nicht mehr.

  • Ausgelassene Stimmung beim Prinzenball 2017 mit den Höhnern

" Zumindest müssen sie auf die Kölner Spitzenkünstler des Winterbrauchtums nicht verzichten. Jobsi Driessen, Präsident des Prinzenclubs, ist es nach sieben Jahren gelungen, die Höhner zum Prinzenball zu locken. Die Gruppe steht als Überraschungsgast kurz vor Mitternacht auf der Bühne und rockt den Saal, alle singen mit, selbst als es um Kölner "Jeföhle" geht, "echte Fründe" und "Räuber". Dann kommt natürlich "Viva Colonia", wobei da echten Düsseldorfer Jonges wie Bürgermeister Friedrich Conzen der Mund verschlossen bleibt, es gibt ja Grenzen.

Das aber ist Lokalfolklore, die Spaß macht wie der ganze Abend. Den genossen auch Oberbürgermeister Thomas Geisel, seinVorgänger Dirk Elbers (die beiden saßen nebeneinander), Messechef Werner Dornscheidt, Sparkassenchefin Karin-Brigitte Göbel, Fortuna-Vorstandschef Robert Schäfer, RP-Chefredakteur Michael Bröcker, Achim Hunold (Air Berlin) und Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller.

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(RP)