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Karneval: Rheinische Bühne studiert „Rosenmontag“ ein

Karneval : Rheinische Bühne studiert „Rosenmontag“ ein

Die Schauspieler der Rheinischen Bühne Düsseldorf studieren zurzeit das Theaterstück "Rosenmontag" ein, das den Düsseldorfer Karneval ordentlich auf's Korn nimmt. Jacques Tilly gestaltet für das Stück einen kleinen Rosenmontagswagen.

Ein schlimmeres Vergehen kann ein Düsseldorfer Jeck kaum begehen: Am Morgen des Rosenmontages sollen sich in seiner Wohnung auf der Bilker Straße Freunde und Bekannte treffen, um sich gemeinsam für den Rosenmontagszug warm zu schunkeln und das jecke Treiben von oben aus den Fenstern der Wohnung zu bestaunen. Doch der Hausherr ist, nennen wir es mal: ein bisschen derangiert. Er hat nämlich am Karnevalssonntag einen Termin in Köln gehabt und kehrt erst am Rosenmontag davon zurück.

Seine Frau ist entsetzt, nicht nur, weil er die ganze Nacht nicht zu Hause war, sondern schlimmer noch: Weil er hereinstolpert als fleischgewordener Kölner Jeck - deutlich zu erkennen an der überdimensionalen roten Kölle-Alaaf-Krawatte... Die etwas andere Rosenmontagsparty nimmt ihren Lauf.

Diese Szene ist nach jetzigem Stand der Dinge der Auftakt für ein Theaterstück, das die Rheinische Bühne Düsseldorf derzeit einstudiert. Das Amateur-Theater, das sich 2009 als Unternehmergesellschaft gegründet hat und mit "Schneider Wibbel" 2010 sein erstes Mundart-Stück ablieferte, ist hellauf begeistert von der Idee, den Düsseldorfer Karneval zu verewigen.

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Wolfgang Neuhausen, bekannt als Pantomime Nemo, war darauf gekommen, nachdem ihn die Geschäftsführerin der Rheinischen Bühne, Heide Buchwald, gefragt hatte, ob er nicht die Regie für ein neues Stück übernehmen wolle. "Ich habe mich sehr über dieses ungewöhnliche Angebot gefreut und bringe gerne meine Erfahrungen in Regie und Entwicklung von Programmen mit ein", sagt er.

Entwicklung ist dabei ein zentrales Wort. Denn wie sich die Rosenmontagsparty im einzelnen weiter gestaltet, ist ein fließender Prozess. Einmal pro Woche wird derzeit geprobt. Rund 20 Akteure vor und hinter der Bühne sind beteiligt.

Im Mittelpunkt stehen Gisela und Joachim Maaß, auch im wahren Leben ein Paar. Sie spielen Rosamunde und Josef, die Gastgeber von der Bilker Straße. Mit Mundart und Karneval haben sie kein Problem: Gisela ist ein echtes Düsseldorfer Mädchen, Joachim stammt aus Duisburg, wurde aber schnell mit dem Jecken-Virus infiziert. "Bis die letzte Version des Stückes steht, werden wir sicherlich noch einiges ausprobieren", sagen die Beteiligten.

"Rosenmontag" als Mischung aus Mundart- und Improvisation. "Entscheidend ist ja, welche Idee auch nach dem 20. Mal, wenn wir sie spielen, noch witzig ist", meint Neuhausen. "Vielleicht beziehen wir auch noch das Publikum mit ein", ergänzt Gisela Maaß. Das Stück wird übrigens nicht in der Session gespielt. Premiere ist am 4. Mai im Gerhart-Hauptmann-Haus auf der Bismarckstraße.

Dass der Düsseldorfer Karneval zu jeder Jahreszeit unverkennbar ist, wird sich nicht zuletzt im Bühnenbild zeigen. Wagenbauer Jacques Tilly wird eigens für das Stück einen kleinen Rosenmontagswagen entwerfen.

(jul)