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Rekordbeteiligung beim Düsseldorfer Kinder-Karnevalsumzug

Ein Zug von Kindern für Kinder : Rekordbeteiligung beim Kinder-Karnevalsumzug

Mit 4035 Mitwirkenden sei der Düsseldorfer Umzug mit dem Mainzer Jugendmaskenzug „der größte Kinder- und Jugendumzug in Europa“, sagt Hans-Peter Suchand, Sprecher des Comitees Düsseldorfer Carneval.

(tino) Leni und Malin Wilbert waren viel beschäftigt. Die Acht- und Sechsjährige fingen geschickt die Süßigkeiten auf, die beim Karnevalskinderumzug an der Kö auf die Umstehenden segelten. Ging ein Griff daneben, bückten sie sich blitzschnell und füllten die mitgebrachten Taschen bis zum Bersten. „Ich habe Kollegen, an die ich davon einiges weitergebe“, verriet Vater Kjel Wilbert. „Aber das Popcorn ist nur für uns“, protestierte Leni.

Familie Wilbert war nur eine von mehreren hundert Eltern-Kind-Gespannen, die sich am Samstag den närrischen Lindwurm von Kindern für Kinder ansahen. Und der hatte in diesem Jahr eine Rekordbeteiligung. „Wir haben 199 Teilnehmer mehr als 2019“, sagt Hans-Peter Suchand, Sprecher des Comitees Düsseldorfer Carneval (CC). Mit 4035 Mitwirkenden sei der Düsseldorfer Umzug mit dem Mainzer Jugendmaskenzug „der größte Kinder- und Jugendumzug in Europa.“ Dabei waren 15 dem CC angeschlossene Vereine mit ihren Jugendgruppen, neun Grundschulen, eine Realschule, ein Gymnasium, zwölf Kindertageseinrichtungen und acht weitere Jugendgruppen.

Unterschiede zwischen Zuschauern und Zug-Teilnehmern gab es kaum. Fast alle waren kostümiert, bewegten sich zu Rhythmen der meist kindgerechten Musik und alle hatten ein breites, oft glückseliges Lächeln im Gesicht. Weil es auf der knapp drei Kilometer langen Zugstrecke kaum Absperrungen gab, war direkter Kontakt zwischen den organisierten Narren auf der Straße und den unorganisierten Jecken am Wegesrand locker möglich. „Wir achten auf tolle Kostüme und ob ein Kind etwas schüchtern im Hintergrund steht. Die bekommen von uns dann Extra-Kamelle“, sagt Daniela Richter. Die Tanzlehrerin hatte mit ihrer Kindergruppe für den Umzug einen Tanz eingeübt.

Vieles ist handgemacht. „In den Kitas und Schulen werden mit viel Kreativität und Herzblut die Kostüme gebastelt und die Handwagen gestaltet. Es gibt nichts Gekauftes“, so Claudia Monreal aus dem Kinderumzugsorganisationsteam. „Und was kann es Schöneres geben, als das, was man mit eigenen Händen geschaffen hat, in so einem Umzug zu präsentieren?“

Angespornt werden die Teilnehmer vom CC, der Preise für den schönsten Handwagen und Preise für die „bestkostümierte Gruppe“ verleiht. Die 300 Euro plus die Teilnahme am Rosenmontagszug gewannen die Bonifatius-Schule (schönster Handwagen) und Gemeinschaftsgrundschule Rolandstraße.

Über ein Sache ärgerte man sich aber. So gebe es immer mehr Jugendliche, die sich von Außen in den Zug einfädelten und betrunken sein.