Derendorf : Prunksitzung ohne Pomp

Gemütlichkeit und viele Kostüme kennzeichneten die Party der Düssel-Narren.

Die Karnevalsgesellschaft Düssel-Narren feierte ihre Große Prunksitzung, allerdings ohne viel Pomp und Trara. Vielmehr war es eine gemütliche, familiäre Spaßveranstaltung für 250 Jecken.

Die beste Pointe Redner gab es mit "De Frau Kühne", "Paula" und dem "Sitzungspräsidenten" genug, die mit regelrechten Gagfeuerwerken überzeugten, Paula sogar auf Platt. "Frau Kühne" war so witzig, dass ihr CC-Präsident Michael Laumen, spontan einen Orden verlieh. "So einen wundervollen Vortrag haben wir selten gehört." Die deutlich überproportionierte Frau Kühne nahm sich schonungslos selbst auf die Schippe. "Schade, dass wir in einem Land leben, in dem der BMI wichtiger ist als der IQ. Ich habe meinen BMI mal ausgerechnet, und die Zahl die rauskam, ist dieselbe wie bei meinem IQ."

Kostümdichte Nur vier der 250 Jecken im Barbara-Saal waren unverkleidet. Besonders aufgefallen ist eine Gruppe, die sich als "Village People", inklusive Indianer mit nacktem Oberkörper, und die vielen Froschkönige samt Prinzessin. "Die Idee zur Froschkönig-Gruppe hatte Tanja Leiwen. Sie durfte in diesem Jahr die Kostüme für uns auswählen, weil sie am Karnevalssonntag Geburtstag hat", erläuterte Melanie Dahlhaus.

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Höhepunkte das Abends Da gab es einige. Die Redebeiträge kassierten serienweise Lachsalven und närrische Raketen, das Prinzenpaar löste Jubel aus, als Hanno I. ankündigte: "Der Zoch zieht. Das Sicherheitskonzept ist abgenickt." Auch der Besuch der "Appelsinefunken" der Nippeser Bürgerwehr aus Köln brachte Farbe ins Spiel. Die Kölner zogen mit gut 120 Mann und einem Tanzmariechen, inkl. eigenem Tambour- und Fanfarencorps ein. Ihr Kommandant Markus Lampbrechts sorgte für einen kleinen Schock, als er sagte: "Köln ist die schönste Stadt am Rhein." Das machte er aber wett, indem er Düssel-Narr Sebastian Hahn - der sich in die Tanzformation der "Appelsinefunken" eingeschlichen hatte - zum Ehrenobergefreiten ernannte.

Fazit Kostümfreudiges Publikum, tolle Redner, gute Musik und gelungene Überraschungen garantierten ausgelassene Stimmung. Einzig mit der Verstärkertechnik haperte es zu Beginn.

Von uns gibt's dafür acht von zehn Konfettipunkten.

(RP)