Aschermittwoch in Düsseldorf: Prinz Carsten gibt dem Hoppeditz das letzte Geleit

Aschermittwoch in Düsseldorf : Prinz Carsten gibt dem Hoppeditz das letzte Geleit

Er wollte noch ein Weilchen bleiben. Trotzig wehrte sich der Hoppeditz am Aschermittwoch gegen die Flammen, in denen er eigentlich aufgehen und damit offiziell die fünfte Jahreszeit für beendet erklären sollte.

Doch das karnevalistische Maskottchen wollte nicht so recht Feuer fangen, da konnten die Mitglieder des "Heimatvereins Düsseldorfer Weiter 1978", der "Gesellschaft Düsseldorfer Spiesratze 1911" und des "Düsseldorfer Narrencollegium 1952" so viel pusten, wie sie wollten.

"Es ist noch zu früh, er will noch nicht gehen", wehklagten die umstehenden Damen, senkten ihre mit schwarzen Hüten gekrönten Köpfe und tupften sich mit ihren Spitzentaschentüchern die mitleidigen Tränen trocken. Vom tristgrauen Himmel wehten bauschige Schneeflocken herab, ein Schwarm Vögel stieg aus kahlen Bäumen empor und übertönte für einen Moment beinahe Heinz Krudwig. Der Vorsitzende der Spiesratze sprach im Garten des Stadtmuseums 23 Strophen zu Ehren des Hoppeditz, neben ihm nickte betroffen Prinz Carsten. Es war das erste Mal seit vielen Jahren, dass ein jeckes Oberhaupt zur Hoppeditz-Beerdigung gekommen war.

Und für Prinz Carsten selber war es sogar eine persönliche Premiere: "Ich war noch nie zuvor auf einer Hoppeditz-Beerdigung. Das kam alles ganz spontan", betonte die in schwarz und lediglich mit seiner Kappe als Jeck erkennbare ehemalige Majestät. Vor der Trauergemeinde hatte sich der Prinz für die "vielen tollen Momente im Laufe der Session" bedankt und den Weinenden und bedächtig Schunkelnden Mut gemacht: "Es sind ja nur noch ein paar Tage bis zum 11.11.2013."

Auch Käthe Brück, als Vertretung für die erkrankte "Weiter"-Vorsitzende Helga Hesemann, beklagte den Hoppeditz gebührend. Gemeinsam mit den hunderten Jecken, die sich zuerst im Stadtmuseum, nach einem Trauergeleit dann im Halbrund um die letzte Ruhestätte des Maskottchens versammelt hatten, stimmte sie Lieder wie "Am alten Schlossturm" und "Wir kommen alle, alle, alle in den Himmel" an. Der Hoppeditz lauschte ein letztes Mal den heimatlichen Klängen. Dann siegte das Feuer.

Nur gut, dass er schon bald wieder aufersteht. In "ein paar Tagen".

Hier geht es zur Bilderstrecke: Der letzte Weg des Hoppeditz