Karnevalssession 2019 in Düsseldorf beendet: Hoppeditz zu Asche verbrannt

Karnevalssession in Düsseldorf beendet : Ein letztes Helau! Hoppeditz zu Asche verbrannt

Das war die Hoppeditz-Beerdigung 2019

Um kurz nach halb eins am Mittwoch war die Karnevalssession 2018/2019 endgültig beendet. Der Hoppeditz ging im Garten des Stadtmuseums Düsseldorf in Flammen auf.

Trotz einer Lebens- und Wirkzeit von nur 115 Tagen wird die Einäscherung und Beerdigung des Hoppeditz mit großer Anteilnahme gefeiert.

So konnte Helga Hesemann, Vorsitzende des Heimatvereins Düseldorfer Weiter e.V. 1978, zahlreiche Gäste im bis auf den letzten Platz gefüllten Ibach-Saal begrüßen.

Ihr Verein hatte gemeinsam mit der Gesellschaft Düsseldorfer Spiesratze e.V. 1911, der Gesellschaft Düsseldorfer Narrencollegium e.V. 1952 sowie dem Stadtmuseum der Landeshauptstadt Düsseldorf zur karnevalistischen Trauerfeier eingeladen.

Viele Trauergäste sind in angemessenem Schwarz erschienen, die Damen kaschieren ihre von Tränen geröteten Augen hinter zarten Hutschleiern, nicht wenige Herren verleihen ihren betroffenen Mienen durch Zylinderhüte noch mehr Würde.

„Ich bin furchtbar traurig, obwohl dem lieben Hoppeditz wegen der langen Session ja ein entsprechend langes Leben beschert war“, sagte mit Tränen erstickter Stimme Heidemarie Brockes von der KG Uzbröder. „Es war für ihn eine gute Session, jetzt gilt es für uns als Hinterbliebene, die Zeit bis zum 11.11. gut 'rumzukriegen“, sagte ein um Fassung ringender Werner Boms von den Düsseldorfer Altbier-Wikingern und spricht einem Trost spendenden Alt zu.

Das Orchester ArDo intoniert die unerbittliche Karnevalswahrheit „Am Aschermittwoch ist alles vorbei“, und da sich Trauer am besten gemeinsam ertragen lässt, wird sich ein letztes Mal untergehakt und zum 3/4-Takt geschunkelt. „Mir iss et so wörm oms Herz“, sagt Museumsleiterin Susanne Anna und verspricht, dass das Stadtmuseum noch viele Jahre als Trauerhaus für die Hoppeditz-Gemeinde zur Verfügung stehen werde, was nicht nur das „Pastörken“ Charlotte ten Eicken freut.

Gleichwohl fühlt sich Anna ein wenig irritiert, da auf der Bühne auf der Bahre ein entschlafener Hoppeditz liegt, ein zweiter, sehr ausgeschlafener wirkender in Person von Tom Bauer aber immer noch mitwirkt. Ansonsten werfen sich Charlotte ten Eicken und Dennis Vobis von der Gesellschaft Düsseldorfer Narrencollegium nochmals gegenseitig einige Pointen-Bälle zu, deren Bissigkeit wohl der abgrundtiefen Trauer zuzuschreiben ist.

Schließlich begibt sich die Trauergemeinde auf den letzten Gang durch Citadell-, Schul- und Orangeriestraße zum Park des Stadtmuseums, wo „Dä leve Jong“ unter Absingen trauriger Lieder und nach der zu Herzen gehenden Trauerrede des Oberpoliers der Gesellschaft Düsseldorfer Spiesratze Dennis Klusmeier dann eingeäschert wird.

Zum Trost wird an das Schneider-Wibbel-Zitat „Was bin ich doch für eine herrliche Leich'“ erinnert. Doch bei aller empfundenen Trauer schimmert bei einigen Gästen schon heute die Freude auf die Hoppeditz-Auferstehung am 11.11. durch.

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