Karneval in Düsseldorf: "Karneval noch nie so gesichert"

Karneval in Düsseldorf : "Karneval noch nie so gesichert"

Der Rosenmontag ist in greifbarer Nähe, und die Versicherer des Großprojektes Zoch stehen in den Startlöchern.

Die Freude auf den Rosenmontagszug ist groß, aber die Gefahren auch. Das Sicherheitskonzept steht, aber die Nerven liegen auch blank, denn die Angst ist berechtigt wie nie, dass das karnevalistische Groß-Event am 27. Februar im Fokus von Terroristen stehen könnte. Auch das Wetter muss mitspielen, wie die Verantwortlichen des Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) noch allzu gut aus dem Vorjahr wissen. In zwei Versicherern sieht CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann starke Partner: Ergo und Provinzial.

Die Ergo ist bereits im zweiten Jahr zuständig für die sogenannte Veranstaltungs-Ausfallversicherung. Die greift etwa bei Absage des Zuges durch Wetter oder Terrorgefahr, wie Markus Hofmann, Vorstandsvorsitzender der Ergo Versicherung, erklärt. Im Vorjahr hatte sich das für das CC durchaus gelohnt, denn immerhin erstattete die Ergo hier zwischen 300.000 und 400.000 Euro Schadenssumme, weil der Rosenmontagszug quasi im letzten Moment wegen eines Unwetters verschoben werden musste.

Markus Hofmann, Vorsitzender des Vorstandes Ergo Versicherung AG, und CC-Geschäftsführer Hans-Jürgen Tüllmann (v.l.). Foto: Andreas Bretz

"Das war für uns ein Treffer zu 100 Prozent", resümiert CC-Geschäftsführer Tüllmann immer noch erleichtert. "Es war ja schon alles gebucht. Kapellen, Security, Sanitäter zum Beispiel, und die müssen auch bezahlt werden, egal, ob der Zug geht oder nicht." Hätte das CC diese Rückendeckung nicht gehabt, "dann wäre das für uns eine finanzielle Katastrophe geworden".

Die Regelung bei der Kooperation: Auf eine gewählte Versicherungssumme entfällt ein Risikoprämiensatz von rund drei Prozent, und das ergibt in diesem Fall eine fünfstellige Summe als Prämie, die das CC an die Ergo zahlen muss.

Die Versicherungsbestimmungen seien extrem genau, sagt Ergo-Mann Hofmann. So verrückt könne ein normaler Mensch gar nicht denken. Die reale Gefahrenlage abzuschätzen, sei extrem schwer. "Aber Unsicherheit kalkulierbar zu machen - das ist eben unser Geschäft", sagt der Schwabe, der in der Landeshauptstadt die Liebe zum rheinischen Karneval entdeckte.

"Das Sicherheitskonzept für das Ordnungsamt ist unsere Bibel", ergänzt Hans-Jürgen Tüllmann. "Und Karneval war noch nie so gesichert. Was möglich ist, haben wir getan." Fakt sei aber auch, ab Windstärke acht, die das Wetteramt Essen meldet, finde der Rosenmontagszug nicht statt. Ebenfalls von Relevanz: "Wenn die Polizei den Ratschlag gibt, den Zug wegen Terrorwarnung abzusagen, dann machen wir das. Da gibt es keine Diskussion. Es gibt keinen Spielraum."

Die Versicherer-Modelle bringt CC-Geschäftsführer Tüllmann treffend auf den Punkt: "Die Ergo ist bis zum ersten Schritt mit im Boot, sobald der Zug auch nur einen Meter geht, springt alles auf die Provinzial-Versicherung über."

Ausgesprochen heiter ging es übrigens zu, als Prinz Christian III. und sein Gefolge gestern in einem symbolischen Akt die Versicherungspolice der Provinzial Rheinland erhielten, die auch 2017 den Rosenmontagszug betreut. Denn ohne Haftpflicht- und Unfallschutz darf der Zug nicht durch Düsseldorfs Straßen ziehen. Bereits seit über 35 Jahren stattet der Düsseldorfer Regionalversicherer das Comitee Düsseldorfer Carneval mit dieser "Närrischen Police" aus.

Im Rahmen eines Empfangs vor über 400 Gästen, die von Heinz Hülshoff, "Alt Schuss" und den "Swinging Funfares" unterhalten wurden, übergab Patric Fedlmeier, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der Provinzial Rheinland, die bunteste Versicherungspolice der Stadt. "Als Versicherungsunternehmen in Düsseldorf ist es für uns selbstverständlich, das Brauchtum vor Ort zu unterstützen", sagte Fedlmeier. Zum Versicherungsschutz gehört auch eine Unfallversicherung für die aktiven Teilnehmer am Zug sowie eine Kfz-Versicherung für die Bagagewagen. Sogar ein Unfall mit Pferd ist einkalkuliert.

(RP)
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