Brutales Ende für Düsseldorfer Narren Viele Tränen für den Hoppeditz

Düsseldorf · Am Ende waren sich die trauernden Düsseldorfer Karnevalisten einig: Der Hoppeditz starb volltrunken und mit vielen Geliebten im Publikum. Nun beginnt die Fastenzeit.

Karneval Düsseldorf 2023: Hier wird der Hoppeditz verbrannt​
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Schluss mit Karneval - hier wird der Hoppeditz verbrannt

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Foto: dpa/David Young

„Et ist so traurig“, klagte Helga Hesemann weinend und schniefend. Gemeinsam mit anderen Karnevalistinnen und Karnevalisten führte die Vorsitzende des Heimatvereins Düsseldorf Weiter am Mittwoch im Stadtmuseum durch das traditionsreiche Beerdigungsspektakel für Düsseldorfs Ober-Schelm, den Hoppeditz.

Im voll besetzten Publikum erklang fast im Sekundentakt ein wehleidiges „Uu“ und „Oo“ – die Herrschaften waren allesamt in Trauerkleidung erschienen, mit Kopfbedeckung und mit einem Taschentuch in der Hand für die vielen Tränchen.

Um die Trauer zu betäuben, gingen etliche Schnäpse rum, und das Ardo-Orchester spielte stimmungsvolle Lieder wie „Schnaps, das war sein letztes Wort, dann trugen ihn die Englein fort“. Die mehr als 100 Gäste im Ibachsaal schunkelten, sangen, lachten und jammerten hemmungslos.

 So traurig: Rafaela Kaiser, Präsidentin Hoppedizwache, Ute Schreiber und Helga Hesemann vom Heimatverein Düsseldorf Weiter (v.l.).

So traurig: Rafaela Kaiser, Präsidentin Hoppedizwache, Ute Schreiber und Helga Hesemann vom Heimatverein Düsseldorf Weiter (v.l.).

Foto: Brigitte Pavetic

Die jecke Combo setzte sich schließlich in Bewegung, um den Hoppeditz in den Park hinter dem Stadtmuseum zu tragen und ihn dort zu verbrennen. Wenigstens hatte der bei seinem Abgang schönstes Sonnenwetter. Dennis Vobis, der Präsident des Düsseldorfer Narrencollegiums, hielt die letzte Rede.

Auch andernorts wurde am Mittwoch das Ende des Karnevals gefeiert, nachdem am späten Dienstagabend das Prinzenpaar vor dem Rathaus verabschiedet worden war. Fischessen fanden statt – auch das ist Tradition in Düsseldorf. Auch hier wurde der Hoppeditz beerdigt: Im Goldenen Kessel in der Altstadt – bei einem Fischessen und Live-Programm mit De Fetzer unter Moderation von Jürgen Hilger.

Im Stadtmuseum fand dieses Prozedere zum 40. Mal statt, wie Hesemann sagte. Sie berichtete auch, was tatsächlich passiert war mit dem schamlosen Hoppeditz: „Sturzbetrunken wurde er am Dienstag in der Altstadt gesichtet, wo er dann mit einem Herzinfarkt zusammenbrach.“ Er starb enttarnt als Gigolo, aber mit einem Lächeln im Gesicht hauchte er seinen letzten Atem aus.

Für gläubige Christen beginnt nun die Fastenzeit, die bis Ostern dauert. Indes macht sich das Comitee Düsseldorfer Carneval (CC) auf die Suche nach einem neuen Prinzenpaar und einem neuen Motto für 2024.

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