Rosenmontag in Düsseldorf So schön wie eh und je – Jecken feiern wieder ausgelassen

Düsseldorf · Düsseldorf hat bewiesen: Auch nach mehreren Jahren Corona-Pause verlernt man Karneval nicht. 600.000 Jecken feierten den Rosenmontagszug fröhlich und friedlich.

Rosenmontag 2024 Düsseldorf: Die 75 schönsten Bilder unserer Fotografen
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Rosenmontagszug in Düsseldorf - die 75 schönsten Bilder unserer Fotografen

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Foto: Bretz, Andreas (abr)

Wie ging das noch gleich, Karneval und Rosenmontagszug? Nach drei Jahren könnte man meinen, dass Düsseldorf etwas Zeit braucht, um sich warmzulaufen. Selbst die Polizei kündigte an, sich auf ungewisse Tage vorzubereiten. Schließlich würden viele Besucher kommen, die zum ersten Mal Karneval erleben. Am Rosenmontag – und an den Tagen zuvor – hat Düsseldorf aber das Gegenteil bewiesen: Die Stadt kann Karneval wie eh und je, und zwar fröhlich und friedlich.

600.000 Jecken haben den Rosenmontagszug bejubelt, als sich dieser um 12.22 Uhr in Bewegung setzte. 10.600 Teilnehmer, 122 Wagen, 103 Fußgruppen und 20 Musikkapellen zogen den fast sechs Kilometer langen Weg von der Corneliusstraße über die Kö am Rathaus und am Carlsplatz vorbei und zurück. Es flogen tonnenweise Kamelle durch die Luft, Konfetti, Seifenblasen.

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So bunt war der Rosenmontagszug 2024 in Düsseldorf

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Foto: Anne Orthen (ort)

Die Jecken hatten sich für ihre Verkleidungen einiges einfallen lassen: Bienen und Blumen, Außerirdische und Piraten, Sternenhimmel und Spiegeleier. An der Benrather Straße hatte sich eine Gruppe positioniert, die eine ganze Unterwasserwelt darstellte – voller Haie, Seesterne, Kraken und Krabben. Marco und Anja aus Düsseldorf hätten wohl einen Wettbewerb gewonnen: Sie haben sich aus Bauschaum ein Popcorn-Kostüm gebastelt – für den ersten Zoch nach drei Jahren.

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Die Mottowagen beim Rosenmontagszug 2024 in Düsseldorf

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Foto: dpa/Federico Gambarini

Ohnehin war die Stimmung ausgelassen, ungetrübt und ungestört. Die Polizei hatte sich darauf vorbereitet, dass sich Klimaaktivisten auf die Straße kleben könnten. Trotz anderslautender Gerüchte passierte nichts. Die Gruppe „Letzte Generation“ bedankte sich stattdessen bei Twitter beim Team von Wagenbauer Jacques Tilly, das für sie einen Wagen kreiert hatte.

Darauf ein Klimaaktivist, der sich mit einer Hand auf der Straße festgeklebt hat. Ihm gegenüber ein zähnefletschendes Auto, dessen Hinterräder einem Schaufelrad gleichen und die Aufschrift „Garzweiler“ tragen. Auf dem Dach des Autos sind Fabrikschlote unter einer dunklen Wolke mit der Inschrift „Co2“ zu sehen. Der Schriftzug am Mottowagen dazu lautet: „Wer ist der Klimaterrorist?“. Den Entwurf für den Wagen hatte Tilly ausnahmsweise schon vorher enthüllt – auch um mögliche Klebeaktionen zu verhindern.

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So fröhlich feierte die Fortuna Rosenmontag

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Foto: Ralph-Derek Schröder

Einen kleinen Protest am Rande gab es an der Ecke Carl-Theodor-Straße und Breite Straße. Tierschützer der Organisation Peta protestierten dort gegen den Einsatz von Pferden im Brauchtum. 18 Pferde liefen in diesem Jahr mit – deutlich weniger und unter strengeren Vorgaben als früher. Auch das sei noch zu viel, sagte Stefanie Scholz von Peta Düsseldorf. Man wolle erreichen, dass die Tiere gar nicht mehr mitlaufen. In Bonn etwa war der Zug in diesem Jahr erstmals pferdefrei.

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