Karneval in Düsseldorf Alien, Bambi, Wednesday – das sind die Kostümtrends 2023

Düsseldorf · Glitzer, Pailletten und wilde Frisuren: die beliebtesten Kostüme für diese Session kommen aus der Vergangenheit und einer TV-Serie. Wir stellen sie vor.

Karneval 2024 in NRW: Die größten Kostümtrends des Jahres
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Das sind die Kostüm-Trends der Session

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Foto: dpa/Oliver Berg

Die Session steuert auf ihren Höhepunkt zu. Nach zwei Jahren Coronapause suchen zahlreiche Jecken nach der passenden Kostümierung für den Straßenkarneval. Besonders beliebt in diesem Jahr: Wednesday Addams, Weltraum-Geschöpfe und Tierkostüme.

Im Karnevals- und Party-Discount an der Himmelgeister Straße ist der Andrang auch drei Wochen vor Altweiber schon groß. Die Jecken lechzen nach der Zwangspause nach Karneval und Verkleidungen. In dem Geschäft geht es – natürlich begleitet von passender Musik – bunt und angenehm chaotisch zu. In den Regalen hängen, Umhänge, Anzüge, Sakkos und mehr in grellen Farben, viel glitzert und leuchtet.

„Die Leute sind feierwütig“, bestätigt Peter Ludwig, Filialleiter des Discounts. Er selbst wohne momentan praktisch im Geschäft. „Da sind alle Dämme gebrochen“, sagt er und freut sich über die viele Arbeit. In den Corona-Jahren sei wenig los gewesen. Gerade im Erwachsenenbereich sei praktisch nichts passiert. Private Karnevalsfeiern konnten – sofern erlaubt – bei Weitem nicht das Publikum motivieren, das sich sonst auf den Straßen und in den Sälen der Stadt tummelt.

Zwei Jahre Pause haben auch Raum für neue Inspirationen für die Kostüme gelassen. Gerade populäre Serien und Filme verschiedener Streaminganbieter waren in den vergangenen Jahren eine beliebte Ideenquelle: die roten Maleranzüge und Dalí-Masken aus „Haus des Geldes“ beispielsweise; oder die verschiedenen Anzüge und Maskierungen aus der südkoreanischen Serie Squid Game. Diese Netflix-Hits haben nun eine würdige Nachfolgerin: Wednesday. Der mürrische Spross der berühmten morbiden Familie Addams hat einige Streamingrekorde gebrochen und ist zu einem Internetphänomen geworden.

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Foto: Hans-Juergen Bauer (hjba)/Bauer, Hans-Jürgen (hjba)

An der Himmelgeister Straße haben Ludwig und seine Kollegen extra ein Addams-Family-Regal aufgestellt. Das eigne sich auch hervorragend für Familienkostümierungen, sagt Ludwig. „Mutter Morticia, Vater, Onkel und Bruder kriegen wir hin.“ Und das Eiskalte Händchen ist auch dabei. Das Wednesday-Kostüm fehle noch, sei aber bestellt und auf dem Weg. Gerade das sei bei Kunden sehr begehrt, sagt Daniel Drobeck. „Manche rufen jeden Tag an und fragen, ob Wednesday jetzt da ist.“ Drobeck arbeitet seit knapp einem Jahr in dem Geschäft und erlebt seine erste Session.

Etwas heller und auch in diesem Jahr besonders angesagt sind Tierkostüme, wie Bambi oder auch Meerjungfrauen und die „Zeitreisen-Verkleidungen“, also etwa die Outfits der 80er. Wilde Frisuren, Leopardenmuster und überdimensionierte Brillen gehen natürlich immer. Für die, die es gerne etwas eleganter haben: auch die 1920er Jahre sind weiter hoch im Kurs.

Eines haben viele Kostüme gemein: sie fallen auf. Pailletten, Glitzer und bunte Perücken werden viel verkauft. „Wir haben ein ‚Space’-Schaufenster eingerichtet, und diese Sachen kaufen die Leute wie verrückt“, sagt Ludwig. Das Weltraumthema umfasst häufig futuristische Oberteile in schrillen Farben, silberne Leggins und eine nicht weniger schrille blaue Perücke. Alien-Antennen und Umhänge runden das Outfit ab.

Bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen sind vor allem einfache Kostüme begehrt, Ganzkörper-Tierkostüme etwa. Die halten warm, sind praktisch und eigenen sich gut als Gruppenverkleidung. Auch in diesem Jahr wird man auf den Düsseldorfer Straßen wohl wieder Herden von Elefanten, Tigern und Co. sehen. Die älteren Semester versuchen sich offenbar an einer Form der Rebellion. Nach der Debatte darum, ob Karl May-Romane und „Indianer“ und Cowboys noch zeitgemäß seien, gehen diese Kostüme in der Altersgruppe besonders gut. „Damit haben wir eigentlich nicht gerechnet“, sagt Daniel Drobeck und vermutet eine „Jetzt erst recht“- Idee dahinter.

Doch nicht nur bereits fertige Kostüme liegen im Trend. Viele kommen auch, um sich selbst ein individuelles Outfit zusammenzustellen. Peter Ludwig schätzt, dass das Verhältnis etwa 50/50 ist.

Für ihn und sein Team stehen die anstrengendsten Tage noch bevor: traditionell sind die drei Tage vor Altweiber die besucherstärksten, sagt der Filialleiter. Wenn dieser Anstrum geschafft ist, feiern die Mitarbeiter selbst – die meisten sind Karnevalsfans. „Danach wird es Freitag und Samstag dann nochmal richtig anstrengend.“ Doch Ludwig freut sich, dass die pandemiebedingte Zwangspause vorbei ist.

Mehr Wer noch weitere Ideen für die passende Kostümierung zur wichtigsten Zeit im Karnevalskalender sucht, wird auch in anderen Kostümgeschäften fündig, die eine breite Auswahl bieten. Beispielsweise die große Deiters-Filiale, Völklinger Straße 24, in Unterbilk oder Karnevalswierts am Professor-Neyses-Platz in Derendorf.

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